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Erkelenz
Gerstenernte enttäuscht die Landwirte

Erkelenz: Gerstenernte enttäuscht die Landwirte
Mähdrescher bei der Arbeit. Die Gerstenernte ist weitgehend beendet. Das schlechte Wetter im Frühsommer führte zu Ertragseinbußen. Immerhin erleichterte das Hochsommerwetter jetzt den Endspurt. FOTO: Kortmann (Archiv)
Erkelenz. Starkregen und Hagelschlag führen diesen Sommer in der Landwirtschaft zu herben Ertragseinbußen.

Die Ernte von Wintergerste ist in weiten Teilen des Rheinlands abgeschlossen. Mit großer Enttäuschung blicken die Bauern in der Region auf das Ergebnis. "Die Ertragseinbußen liegen bei 15 bis 20 Prozent", stellt der Kreisvorsitzende der Kreisbauernschaft Heinsberg, Bernhard Conzen, fest. Als Grund führt er die hohen Niederschlagsmengen in Mai und Juni an. Parallel fehlte die Sonneneinstrahlung. Hierdurch würden die Körner nur unzureichend ausgebildet, so dass das sogenannte Eigengewicht der Gerste deutlich geringer ausfalle als in anderen Jahren. Angesichts der guten Wetterbedingungen in den letzten Tagen, konnte trotz der schwierigen Befahrbarkeit der Flächen die Ernte zügig eingefahren werden.

Die Erlössituation der rheinischen Getreidebauern und damit deren wirtschaftliche Lage verschlechtern sich durch die deutlich hinter den Mengenerwartungen zurückgebliebenen Hektarerträge und durch niedrigere Erzeugerpreise. Bedingt durch die weltweit hohen Ernteerwartungen vor allem in Übersee und Russland liegen die Weltmarktpreise auf einem Fünf-Jahres-Tief. "Wir Bauern hängen heute mehr von den Börsen in Chicago und Paris ab, als von der Situation vor Ort", erläutert Bernhard Conzen und zeigt auf, dass im letzten Jahrzehnt das Wohl und Wehe der Landwirtschaft vom Weltmarkt bestimmt wird. Da auch in Frankreich eine Missernte droht, könnte sich vielleicht zum Jahreswechsel der Preis wieder etwas erholen, zeigt sich Conzen angesichts der aktuellen nicht kostendeckenden Preise von rund 12 Euro/dt ein wenig optimistisch.

Auch beim Raps ergibt sich derzeit kein besseres Bild. Die Erträge liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die ersten Ergebnisse würden einen Ertragsverlust von bis zu 25 Prozentz vermuten lassen. "Weder die Masse noch die Ölgehalte überzeugen", sagt der Vorsitzenden der Kreisbauernschaft Heinsberg. Raps wird heute überwiegend zu Biodiesel verarbeitet und hängt damit vom Ölmarkt ab. Als wichtiges Nebenprodukt entsteht Rapsschrot, das ein wichtiges Eiweißfutter ist. Der Absatz von Rapsschrot ist zumindest in den letzten Jahren stabil. "Auf unseren Feldern wächst hiermit ein wichtiges gentechnikfreies Eiweißfutter für unsere Milchkühe", sagt Conzen mit Blick auf die Ankündigung des Lebensmitteleinzelhandels, zukünftig verstärkt gentechnikfreie Milchprodukte verkaufen zu wollen.

Quelle: RP
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