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Heinsberg
Nächster Coup der Audi-Bande?

Heinsberg: Nächster Coup der Audi-Bande?
Gegen 4 Uhr sprengten Unbekannte gestern Morgen den Geldautomaten in der Waldfeuchter Filiale der Kreissparkasse Heinsberg. Die Täter flüchteten mit einem dunklen Audi in Richtung Niederlande. FOTO: Uwe Heldens
Heinsberg. Der Geldautomat einer Sparkassenfiliale in Waldfeucht wurde gestern Morgen gesprengt. Die Täter entkamen mit einem 400 PS starken Auto. Hat die berüchtigte Audi-Bande wieder zugeschlagen? Von Michael Heckers

Die Szenen, die sich laut Polizeibericht gestern in aller Herrgottsfrühe in Waldfeucht abgespielt haben, klingen wie aus dem Drehbuch eines spannenden TV-Krimis: Gegen 4 Uhr schreckt ein lauter Knall die Anwohner der Kreissparkasse an der Brabanter Straße aus dem Schlaf. Augenzeugen beobachten, wie zwei dunkel gekleidete Männer mit Sturmhauben und einem Sack aus dem Gebäude stürmen. Sie springen in einen dunklen, über 400 PS starken Audi mit niederländischen Kennzeichen und rasen davonrasen. Einer der Zeugen hat das Geschehen beobachtet und trifft eine gefährliche Entscheidung: Er versucht, den Flüchtenden mit seinem Fahrzeug den Weg zu versperren. Glücklicherweise kommt es nicht zum Zusammenprall. Doch die Täter entkommen und rasen mit dem hochmotorisierten Audi in hohem Tempo in Richtung deutsch-niederländischer Grenze davon.

Wie die Polizei später berichtet, sprengten die dunkel gekleideten Täter den Geldautomaten und erbeuteten Geld. Über die Höhe der Summe macht die Polizei aus sicherheitstechnischen Gründen keine Angaben. Am Gebäude entstand trotz der Sprengung nach ersten Erkenntnissen der Polizei nur leichter Sachschaden.

Dass sich ein Zeuge mit seinem Fahrzeug den flüchtenden Täter in den Weg gestellt hat, sieht die Polizei kritisch. Eine Sprecherin warnt vor solchen Aktionen: "Es ist mit Gegenwehr zu rechnen. Das ist sehr gefährlich."

Anfang März waren Täter im Kreis Heinsberg trotz mehrerer Sprengversuche an einem mit neuer Technik gesicherten Geldautomaten gescheitert. Erst beim dritten Mal gelang es ihnen damals, den Geldautomat zu knacken. Dabei wurde jedoch das Geld durch eine rote Farbkartusche unbrauchbar gemacht. Ob es sich bei der aktuellen Tat um einen solchen Geldautomaten gehandelt hat oder ob er lediglich herkömmlich gesichert war, konnte die Polizei nicht sagen.

Wie die Polizei gegenüber unserer Redaktion sagte, schließt man eine Tat der sogenannten Audi-Bande nicht aus. Genaueres kann die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht dazu sagen. Man ermittelt aber auch in diese Richtung, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Serie der Geldautomatensprengungen im Kreis Heinsberg reißt nicht ab. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes ist das der 38. Angriff auf einen Geldautomaten in diesem Jahr. 2015 hatte es 67 versuchte und erfolgte Automatensprengungen gegeben. Das Landeskriminalamt hat die Sonderkommission "Heat" eingerichtet, die sich mit der Serie in der Region befasst.

Quelle: RP
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