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Mit raffinierter Taktik zum Klassensieg

Motorsport: Mit raffinierter Taktik zum Klassensieg
Kurz vor dem Start: Aus Reihe 19 ging der Mercedes-Flügeltürer des Schweizer Hofor-Racing-Teams bei den 24 Stunden von Dubai ins Rennen. FOTO: Creventic BV
Wegberg. Motorsport: Bei den 24 Stunden von Dubai fuhr der Wegberger Kenneth Heyer mit 20 Litern mehr im Tank los. Von Hans Groob

Für den Wegberger Langstreckenspezialisten Kenneth Heyer hätte der Start in die Saison kaum erfolgreicher verlaufen können: Bei den 24 Stunden von Dubai fuhr der 36-Jährige, der sich das Steuer mit dem Niederländer Christiaan Frankenhout und den Schweizern Roland Eggimann, Chantal und Michael Kroll (auch Teameigner) teilte, in der Klasse A6-Am überlegen zum Klassensieg und verpasste in der Gesamtwertung mit einem sensationellen vierten Rang hinter drei A 6-Pro (Profis) nur knapp das Siegertreppchen. Das wäre ein doppeltes Highlight gewesen, denn die Platzierten wurden in dem Wüstenstaat standesgemäß mit Kamelen zur Siegerehrung getragen.

Die Topplatzierung war das Ergebnis einer raffinierten Taktik, die schon vor dem Qualifying geschmiedet wurde: Hofor-Racing mit Sitz in Eggenwil, deren Mercedes SLS AMG GT3 von Widberg-Motorsport vorbereitet und an der Rennstrecke betreut wird, entschied sich für die Runden-Zeitvorgabe von 2.05,000 Minuten, wohl wissend, in der Startaufstellung viele Plätze einzubüßen, gleichzeitig aber in der Am-Wertung fahren zu dürfen. Kenneth Heyer: "Dadurch durften wir 50 Kilogramm Gewicht aus dem Auto nehmen und 20 Liter mehr tanken." Die Schätzung der Hofors: "Wenn die anderen tanken müssen, fahren wir noch jeweils 17 Minuten weiter. Über 24 Stunden ist das ein ganz erheblicher Zeitvorteil." Die Rechnung ging auf. Aus Reihe 19 als 37. gestartet, arbeitete sich Frankenhout mit dem Flügeltürer schon nach einer Stunde auf den zwölften Rang vor, nach sechs Stunden war es Rang zehn und ein Dauerkampf um Rang eins in der Am-Wertung mit dem von der Familie Jones gesteuerten Mercedes des Preci-Spark-Teams. Dieses Duell war dann nach der Hälfte der 24-Stundendistanz entschieden: Heyer und Co. fuhren auf Rang sechs bei 263 Runden, bei den Engländern stand eine weniger zu Buche. Am Ende hieß es im Kampf um Am-Rang eins 578:575 Runden. Vor den Am-Klassensiegern sahen nur noch drei Pro-Renner die Zielflagge eher.

Kenneth Heyer vor seinem Arbeitsgerät. Der 36 Jahre alte Wegberger sitzt in dieser Saison hinter dem Steuer des Mercedes SLS AMG GT3.

Beim von Scheich Juma Al Maktoum und Motorsportpräsident Dr. Mohammed Ben Sulayem gestarteten Saisonauftakt mit dem Rekordstarterfeld von 98 Fahrzeugen teilte sich das Hofor-Quartet des mit neuem Design auf dem Asphaltband in den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) rollenden SLS so: Christiaan Frankenhout fuhr 196 Runden, Kenneth Heyer 193, Roland Eggiman 83, Michael Kroll 56 und Chantal Kroll 50. Jetzt hat das Quintett um Kennth Heyer den nächsten Termin der siebenteiligen Serie im Visier - die zwölf Stunden von Mugello am 18. und 19. März. In Italien saß Kenneth Heyer 2015 im Klassensieger-Fahrzeug, das zudem den dritten Gesamtrang holte.

Quelle: RP
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