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Kreis Heinsberg
Verfestigung der Sockelarbeitslosigkeit

Kreis Heinsberg. Bund soll mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitslose fördern, fordert der Caritasverband.

Der Bund muss an das für den Kreis Heinsberg zuständige Jobcenter erheblich höhere Zuweisungen zweckgebundener Eingliederungsmittel zahlen, fordert der Caritasverband für das Bistum Aachen in einer Erklärung. Mit dem Geld, schreibt Roman Schlag, Fachreferent für Arbeitsmarktfragen beim Diözesancaritasverband, sollen langfristige öffentlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse eingerichtet werden.

"Wir brauchen nicht weniger Anstrengungen bei der öffentlich geförderten Beschäftigung, sondern mit Blick auf die Verfestigung der Sockelarbeitslosigkeit deutlich mehr", erklärt Schlag und verweist auf neue Zahlen des Arbeitslosenreports der Freien Wohlfahrtspflege NRW, zu der auch der Caritasverband für das Bistum Aachen gehört: "Seit 2009 wurde die öffentlich geförderte Beschäftigung für Menschen im Hartz-IV-Bezug im Kreis Heinsberg drastisch reduziert." Hätten 2009 noch 576 erwerbsfähige Hilfebedürftige eine öffentlich geförderte Beschäftigung angeboten bekommen, seien dies 2017 nur noch 164 gewesen.

"Einen weiteren Einbruch verzeichnen wir für den Kreis Heinsberg bei der Arbeitsgelegenheit. Hier gab es im Vergleich von 2009 und 2017 insgesamt 308 weniger Teilnehmende", rechnet Roman Schlag weiter vor. Der Passiv-Aktiv-Transfer müsse möglich gemacht werden, um nicht Arbeitslosigkeit, sondern soziale Teilhabe und Beschäftigung zu finanzieren; dabei geht es darum, Arbeitslosen durch staatliche Zuschüsse eine Beschäftigung zu ermöglichen. Langzeitarbeitslosigkeit ist nach Schlags Auffassung ein Phänomen, das in seinem Ausmaß zunehmend verkannt wird. "Dafür ist auch die Praxis verantwortlich, wie in Deutschland die Zahlen der Langzeitarbeitslosen statistisch erfasst werden", heißt es in der Erklärung. "Die tatsächliche Zahl ist annähernd doppelt so hoch, wie die Statistik aussagt, weil sie nicht diejenigen Langzeitarbeitslosen erfasst, die in befristeten Beschäftigungsmaßnahmen sind oder krank sind."

Quelle: RP
 
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