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Heinsberg
Wasser wird zu Lavaströmen oder Blut

Heinsberg: Wasser wird zu Lavaströmen oder Blut
Franziska Rutishauser (links) erläutert Besuchern bei der Ausstellungseröffnung im Horster Hof ihre Arbeiten. FOTO: nipko
Heinsberg. Der Kunstverein Region Heinsberg zeigt in seiner neuen Ausstellung bis zum 16. Juli im Horster Hof in Unterbruch Gemälde und Zeichnungen aus der Werkserie "Aggregation - Dark light matter" sowie eine Leuchtkasten-Installation mit dem Titel "Symplegaden Nr. 3" der Schweizer Künstlerin Franziska Rutishauser.

Rutishausers Werk ist von physikalischen, philosophischen und ästhetischen Entwicklungen der Jetztzeit geprägt. Ausgehend von neuen Erkenntnissen über Realität und Veränderungen des Umweltbildes lassen sich ihre Gemälde, Zeichnungen und Fotografien besser verstehen. In der Ausstellung "Aggregation" werden Arbeiten aus dem Werkzyklus "Aggregation-Dark light matter" gezeigt, die seit 2014 motivisch aus fotografischen Studien von Naturelementen und gedanklich basierend auf neueren Erkenntnissen kosmologischer Forschung entstanden.

Irritation durch Mehrdeutigkeit in Bezug zum Realitätsabgleich verfolgt die Künstlerin in ihren hyperrealistischen Gemälden seit Jahren. Die Fotografie hat für sie eine zentrale Bedeutung, sie dient ihr zum einen als Hilfsmittel für ihre malerischen und zeichnerischen Werke, zum anderen als eigenständige Ausdrucksform. Die fotografischen Serien kamen seit 2012 in ihrer bildsprachlichen Charakteristik als Slideshows und Leuchtkasten-Installationen zum Ausdruck.

Die Gemälde und Zeichnungen aus der jüngsten Serie "Aggregation - Dark light matter" erzeugen durch die von der Lokalfarbigkeit des Motivs Wasser abweichende Farbgebung Rot in Kombination mit den naturnahen Strukturen Irritationen in der Wiedererkennung der Realität und ermöglichen neue Interpretationen durch diese Störungen. Es ergeben sich Assoziationen zu Blut, Fleisch, Lavaströmen, obwohl die Strukturen von Wasser erkennbar sind. Verstärkt wird diese Wirkung durch Herauslösung von Teilen des Motivs und Freistellung oder Einbeziehung von Flecken, die in den Gemälden schwarz und in den Zeichnungen weiß erscheinen. Der thematische Faden im Werk der Künstlerin zeigt den Blick auf Wasser, Fels, Holz und andere Naturmaterialien.

Franziska Rutishauser, geboren 1962 in Münsingen bei Bern, arbeitet seit einigen Jahren auch in Berlin. Seit dieser Zeit ist ein beeindruckendes Werk an Gemälden und Fotografien entstanden, die sich mit ihrer direkten natürlichen Umgebung auseinandersetzen. Die Künstlerin ist in vielen Ausstellungen vertreten. Einzelausstellungen hatte sie im Kunstverein Bad Salzdetfurth und dem Gmünder Kunstverein, im Kunstverein Solingen und in Galerien. Ein Werkkatalog der Jahre 2006 bis 2014 ist im Kerber Verlag, Bielefeld erschienen, und ein Ausstellungskatalog zur Ausstellung "Aggregation", herausgegeben vom Kunstverein Region Heinsberg mit einem Text von Marjatta Hölz, wird zum Ende der Ausstellung im Horster Hof in Deutsch vorliegen.

Öffnungszeiten: sonntags, 11 bis 17 Uhr; samstags, 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 02452 65598).

Quelle: RP
 
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