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Langenfeld/Monheim
Bio - viel gewünscht, aber wenig gekauft

Langenfeld/Monheim: Bio - viel gewünscht, aber wenig gekauft
Eine Auswahl aus dem Sortiment: Die Langenfelder Edeka-Verkäuferinnen Petra Dehnert (l.) und Petra Güdenhöfer mit einem ganzen Korb voller Bio-Produkte. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld/Monheim. Immer mehr Produkte mit Bio-Siegel füllen die Regale der Supermärkte. BioBio, Naturkind, Grünes Land, Rewe-Bio - das Angebot wächst. Von Isabell Klaas

Zucchini, Orangen, Zitronen, Kiwi und vor allem Möhren und Bananen wandern heute immer öfter als Bioprodukte in die Einkaufstaschen. Meint man. Heinz Hövener, Chef von je zwei Edeka-Supermärkten in Langenfeld und Monheim, hat andere Erfahrungen gemacht. "Ja", sagt er, "der Hype ist gewaltig. Und dann der vegane Trend ...!" Doch wenn es ans Kaufen gehe, hielten sich die Kunden zurück. Fazit: Jeder sagt ja, ich will Bio. In der Realität mache der Anteil am Gesamtumsatz indes nur 2,2 Prozent aus, sagt Hövener.

Damit hat sich der Verkauf von Bioprodukten im Supermarkt offenbar in den letzten Jahren nicht sehr verändert. Laut "Foodwatch", einem Verein, der verbraucherfeindliche Praktiken der Lebensmittelindustrie anprangert, lag der Marktanteil von Bioprodukten 2006 bei drei bis vier Prozent. Höveners Vermutung: "Vielleicht kaufen ja die Hardcore-Bio-Anhänger nicht im normalen Supermarkt, sondern im speziellen Bio-Markt ein."

Dennoch hält Edeka das Angebot aufrecht, bietet in der SB-Theke immer eine Auswahl an Rind, Huhn und Schwein aus Bio-Produktion an. Frisches Bio-Fleisch kann vorbestellt werden. Allerdings sei der niedrigere Preis der Nicht-Bio-Produkte meist das durchschlagende Kaufargument, hat der Geschäftsmann die Erfahrung gemacht. In anderer Hinsicht jedoch hat sich das Kaufverhalten stark verändert.

"Frische Produkte haben eine höhere Bedeutung bekommen", sagt Hövener. Saisonales aus der Region wird nachgefragt. Leider wächst das aber nicht immer so, wie der Kunde es haben will. "Spargel etwa geht unter der Woche gar nicht gut, während vor Feiertagen und am Wochenende die Nachfrage so groß ist, dass man gar nicht nachkommen kann." Dazu lernen die Menschen viele exotische Gemüse- und Obstsorten im Urlaub kennen, und die wünschen sie sich auch im heimischen Supermarkt. So kommt es denn, dass heute Süßkartoffel, Papaya und Passionsfrucht neben Blumenkohl, Apfel und Birne liegen.

Apropos Äpfel: Hövener hat festgestellt, dass vielen "ein bodenständiges Wissen über Nahrungsmittel" fehlt. Dass der deutsche Apfel, den ich im Mai kaufe, nicht gerade in Leichlingen frisch geerntet worden sein kann, sei einigen nicht klar, sagt er. Ebenso wenig, dass die Weintrauben, die man Weihnachten kauft, aus anderen Erdteilen kommen und entsprechend teuer sind.

Auch die Rewe-Supermärkte in der Region bieten Bio-Produkte an, sogar unter eigenem Label "Rewe-Bio". "Vier bis fünf Prozent unseres Gesamtangebotes sind es ungefähr", sagt Patric Engelen, Marktleiter in Reusrath. Er stellt fest: Wenn man für Bio- und vegane Produkte gezielt wirbt, steigt der Umsatz. "Die Nachfrage ist da, und sie ist ganz gut", sagt er. Seitdem ein Aufsteller auf den veganen Burger hinweist, greift der Kunde zu. Besonders Bio-Huhn in der SB-Theke werde gut verkauft. "Da zahlen die Konsumenten für gesundes Fleisch auch mal ein bisschen mehr", sagt Engelen. Wie Edeka bietet auch Rewe seine Bio-Produkte nicht in gesonderten Ecken an, sondern ordnet sie ins normale Sortiment ein. Wer Bio will, muss nur genau hinschauen.

Quelle: RP
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