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Zugabe
Heimatgefühl muss man sich leisten können

Langenfeld. Langenfeld ist ein "Ort des Fortschritts". Bei der Feierstunde im Ratssaal nutzte eine mündige Bürgerin die Gunst einer Fragerunde zur Kritik an der städtischen Wohnungspolitik.

Als "Ort des Fortschritts" wurde Langenfeld von der NRW-Landesregierung ausgezeichnet; wegen des vorbildlichen Gesamtkonzepts, mit dem sich die Stadt auf die Volksalterung vorbereitet. In dieser Woche brachte NRW-Bauminister Michael Groschek die zugehörige Ehrenplakette vorbei. Zur feierlichen Übergabe im großen Ratssaal waren etliche Bürger und Vertreter von Einrichtungen eingeladen worden, die sich insbesondere in der so genannten Quartiersarbeit ehrenamtlich für ein gutes Miteinander engagieren.

In einer Wohlfühlatmosphäre mit Blumenschmuck und ausgetauschten Nettigkeiten lobten Minister, Bürgermeister und Erste Beigeordnete die versammelten Ehrenamtlichen. Ohne Leute wie sie wären die bislang erfolgreich bewältigten Etappen auf dem Weg zu einem gedeihlichen Miteinander im älter werdenden Langenfeld nicht möglich gewesen. Dieses Engagement drücke Heimatgefühl sowie Verbundenheit mit Langenfeld aus. Nach solch blumigen Worten stutzte das Trio auf dem Podium erkennbar, als eine der engagierten Bürgerinnen die Gunst der Fragerunde zu einer Schelte an die Stadtverantwortlichen nutzte. "Ich will meine Heimat behalten", sagte sie. "Aber wenn ich und mein Mann in Langenfeld für eine Zwei- bis Dreizimmerwohnung 700 Euro bezahlen sollen, dann können wir uns das als Rentner nicht leisten und müssen fortziehen." Die Entgegnung des Bürgermeisters, dass nach der jüngsten Wohnungsmarktanalyse Langenfeld unterm Strich "gut aufgestellt" sei, mochte die Kritikerin aus eigener Erfahrung nicht bestätigen.

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stephan.meisel@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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