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Langenfeld/Monheim
Helfer informieren auf Blaulichtmeile

Langenfeld/Monheim. Hans-Peter Anstatt möchte mehr Migranten für ein Ehrenamt gewinnen. Von Dirk Neubauer

Das Brett ist gut drei Zentimeter hoch - gerade mal eine Daumenbreite. Doch für viele Rollstuhlfahrer wäre an dieser Bordsteinkante Endstation. "Man braucht richtig viel Schwung, um da drüber zu kommen", sagt die zwölfjährige Julina vom Jugend-Rotkreuz. Ähnlich ist es gleich nebenan - auf dem rund einen Quadratmeter großen Flecken Schotter. Die Rollstuhlräder sacken bis zur Felge ein. Es knirscht. Dann geht es ohne einen Helfer nicht mehr voran. Für Aha-Erlebnisse wie diese hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) den Rollstuhlparcours aufgebaut. "Er ist sehr realistisch", weiß Sonja Wagner, die seit zehn Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen ist: "Mir passiert es täglich, dass ich aus eigener Kraft nicht weiterkomme - und entweder um Hilfe bitten oder umkehren muss."

Der DRK-Stand war gestern nur einer von gut zwei Dutzend Ständen auf der ersten Monheimer "Blaulichtmeile". Helfer, Retter und Ordnungsbehörden gaben auf der Friedrichstraße und dem Ernst-Reuter-Platz Einblicke in ihre Arbeit. Polizei und Bundeswehr warben mit ihren Karriere-Chancen. Ergänzt wurden ihre Stände um die Angebote von Hilfsorganisationen, dem Integrationsrat, mehreren arabischen und türkischen Angeboten, das Seniorenzentrum Alloheim. Denn in der Unterzeile der Blaulichtmeile stand "Fest der Vielfalt". "Die Hilfsorganisationen zusammen zu bekommen, das war nicht schwer", sagt der Ideengeber der Blaulichtmeile, Hans-Peter Anstatt, Leiter der Abteilung Ordnung im Monheimer Rathaus. Da sich Anstatt zugleich um das Thema Integration kümmert, will er zusammen mit allen Ausstellenden über eine reine Leistungsschau hinausgehen: "Wir möchten den Menschen nahebringen, wie wichtig es ist, sich zu engagieren, ehrenamtlich zu helfen." Menschen mit Migrationshintergrund müsse erklärt werden, was ehrenamtlicher Einsatz bedeutet. "Sobald das verstanden worden ist, steigt die Bereitschaft, ganz einfach mitzumachen", hat Anstatt erfahren.

Die Feuerwehr, gleich gegenüber, sucht zum Beispiel Nachwuchs für die Jugendfeuerwehr. "Außerdem möchten wir hier heute zeigen, dass beherztes Eingreifen einen Brand bereits im Entstehen löschen kann", erläutert Brandinspektor Markus Paikert. Ein rußiger Bottich, der "Feuer-Trainer", simuliert eine brennende Mülltonne. Nach wenigen Stößen aus einem Handfeuerlöscher stehen die Helfer zwar in einer eindrucksvollen Qualmwolke, aber der Brand ist aus. "Natürlich soll man sich nicht selber in Gefahr bringen. Andererseits kam beherztes Zupacken manchmal auch Menschenleben retten", sagt Paikert. Zum Beispiel, falls ein Bewusstloser in einem brennenden Fahrzeug eingeklemmt ist. Hunderte Menschen kamen den ganzen Sonntag über zu den Ständen oder legten vor der Aktionsbühne eine Pause ein.

Quelle: RP
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