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Langenfeld
Masterplan wird auf Eis gelegt

Langenfeld. Aufgrund der schlechten Haushaltslage werden die Umbauarbeiten im Neandertal um zwölf Monate aufgeschoben. Von Oliver Wiegand

Schon seit dem Sommer ist die Kreiskasse dermaßen leer, dass Kämmerer Martin Richter eine Haushaltssperre verhängen musste. Nicht mehr viel Geld ist jetzt noch für den Masterplan Neandertal übrig. Mit den Stimmen von CDU und FDP beschlossen die zuständigen Kreisgremien gestern eine radikale Kürzung des einstigen 4,5 Millionen Euro Projekts. Ziel des Masterplans ist es, mit neuen Brücken, Wegen und Schildern das Neandertal für Touristen interessanter zu machen.

Doch im kommenden Jahr wird sich erst mal so gut wie gar nichts bewegen. Das komplette Projekt wird erst mal ein Jahr auf Eis gelegt. 1,75 Millionen Euro werden auf Wunsch von CDU und FDP eingespart werden, weil auf die Neugestaltung des Museumsparkplatzes, den Bau eines neuen Fußweges zum Bahnhof Neandertal und die Aussichtsplattform auf dem Kalkzug komplett verzichtet wird. Die Aussichtsplattform war am Standort des mittlerweile abgerissenen Lokals Neanderhöhle vorgesehen.

Was bleibt jetzt noch übrig? Gebaut werden, aber wahrscheinlich erst im Jahr 2018 fertig, zwei neue Brücken über die Düssel und den Mettmanner Bach. Die beiden Bauwerke kosten 1,2 Millionen Euro und sollen Besucher "ansprechend gestaltet" vom Parkplatz aus zum Museum und wieder zurück führen. Ein weiterer neuer Arm leitet Gäste zum Spielplatz und der Steinzeitwerkstatt. Der Mündungsbereich des Mettmanner Baches und der Düssel wird so naturnah wie möglich ausgebaut. Dabei sollen Bausünden der Vergangenheit beseitigt werden. In Angriff genommen wird ebenfalls die Umgestaltung des jetzt eher versteckt gelegenen Spielplatzes. Dahinter steckt die Absicht, dass Besucher des Museums sich nicht nur ein oder zwei Mal im Jahr eine Ausstellung ansehen, sondern das Neandertal als touristisches Ziel mit Aufenthaltsqualität erleben können. Im Kreisausschuss gab es Kritik: "Es kann doch nicht Ihr Ernst sein, dass wir jetzt nur noch Geld für zwei neue Brücken und ein Toilettenhäuschen haben", sagte Andreas Krömer (UWG-ME). Schließlich gebe man öffentliches Geld aus. Da könne man die 1,2 Millionen Euro für die Brücken lieber in einer Modernisierung des Museums stecken.

Quelle: RP
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