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Höhenflug: Handballer stehen vor Spitzenspiel

Lokalsport: Höhenflug: Handballer stehen vor Spitzenspiel
Der Vorflieger: André Eich (mit Ball/links André Boelken) fällt meistens eine gute Lösung für Langenfelds Handballer ein. FOTO: Ralph Matzerath (ARchiv)
Langenfeld. Der Regionalliga-Tabellenführer SG Langenfeld tritt heute Abend in Bonn an. Trainer Jurek Tomasik sieht nur positiven Druck. Von Michael Deutzmann

Wer etwas Ähnliches am Anfang der Saison zu prophezeien gewagt hätte, wäre wohl gebeten worden, sich auf seinen allgemeinen Zustand hin untersuchen zu lassen. Die Handballer der SG Langenfeld (SGL) hatten ihr Team nach dem Abstieg aus der 3. Liga umgebaut und viele Stammkräfte verloren - wie Dustin Thöne (zum Longericher SC), Tim Menzlaff (Leichlinger TV), Tobias Geske (HG Remscheid), Matthias Herff oder Andreas Nelte (beide in die Zweite). Dafür kam eine Reihe neuer Spieler wie Mats Heyde (Bergischer HC II), Christian Mergner (zuletzt Leichlingen) oder Maurice Meurer (TuSEM Essen). Außerdem übernahm Jurek Tomasik das Amt des Trainers. Gut drei Monate nach dem Start in die Saison ist aus der SGL trotz aller Änderungen eine Mannschaft geworden, die der Konkurrenz Rätsel aufgibt. Langenfeld ist mit 22:2 Punkten Erster und die Partie heute um 19.30 Uhr beim TSV Bonn rrh. (19:3) ist ein echtes Gipfeltreffen.

André Eich hat in Langenfeld fast alles mitgemacht - zum Beispiel den Aufstieg in die 3. Liga sowie das verpasste Happy End dort. Sein Wort hat bei der neuen SGL ebenfalls viel Gewicht, zumal er mit Vinzenz Preissegger im Duo der 29-Jährigen als Führungsspieler gilt. "Nach der Vorbereitung war es nicht unbedingt zu erwarten, dass wir jetzt da oben stehen", sagt Eich, der in dieser Saison wieder Spielmacher-Kollege André Boelken immer mal wieder als Aufhilfe im linken und rechten Rückraum unterwegs ist. Seine Rolle im Team nimmt er unter anderem mit Humor: "Es ist schon komisch, einer der Ältesten zu sein. Wenn wir früher Fußball Jung gegen Alt gespielt haben, musste ich immer überlegen, wohin ich gehöre. Das hat sich erledigt." Wenig geändert hat sich daran, wie wertvoll der Regisseur ist - was Eich als selbstverständlich ansieht: "In einer so jungen Mannschaft ist es meine Aufgabe, das Spiel zu beruhigen."

Wie das geht, war zuletzt beim 31:27 über den Bergischen HC II zu beobachten, als Langenfeld ohne Eich begann, Dann lief der Start holprig und nach knapp zehn Minuten kam der Spielmacher - was sofort mehr Struktur brachte. Dass die SGL aber selbst dann gewinnen kann, wenn der Rückraumspieler fehlt, zeigte jene Phase im November - als Eich für drei Wochen beruflich in London war. In dieser Zeit gab es ein 26:25 bei Adler Königshof, ein 30:25 gegen die Wölfe Nordrhein und ein 28:21 bei TuSEM Essen II. Wie sich die SGL durchkämpfte, findet Eich wenig erstaunlich: "Die Stimmung ist super, da steht ein echtes Team auf dem Platz."

Jurek Tomasik gibt sich wie immer gelassen. "Wir sind in einer guten Position", sagt der SGL-Trainer, "was wir haben, ist positiver Druck. Es ist schön, am Jahresende auf dem ersten Platz zu stehen." Das wird definitiv so sein, denn Langenfeld hat eine Partie mehr ausgetragen - und selbst bei einer Niederlage bliebe sie mit dann 22:4 Zählern gegenüber 21:3 vorne. "Wir sind sicher nicht der Favorit", meint Trainer Tomasik. Sein Team wird wohl vor dem zuletzt überragenden Keeper Alexander Riebau eine starke Abwehr hin stellen müssen. Und es braucht vorne viele Ideen, weil Bonn oft mit einer sehr offensiv deckt.

Was letztlich herauskommt, weiß auch Eich nicht. "Ob es am Ende für Platz eins reicht, kann ich nicht sagen. Aber als Sportler habe ich doch immer das Ziel, das Bestmögliche zu erreichen." Das dürfte hier der Weg zurück nach oben sein - über den bestimmt nicht heute Abend endgültig entschieden wird. Nimmt Langenfeld tatsächlich die Hürde Bonn, liegt allerdings auf einmal wieder das Thema 3. Liga auf dem Tisch. Keine Frage: Wer etwas Ähnliches am Anfang der Saison zu prophezeien gewagt hätte, wäre vermutlich intensiv gebeten worden, sich auf seinen allgemeinen Zustand hin untersuchen zu lassen.

Quelle: RP
 
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