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Syrischer Flüchtling spielt für Longhorns

Langenfeld. Vor mehr als einem Jahr kam Mohamed Abdallah als kurdischer Flüchtling aus dem Norden Syriens nach Deutschland. Anfang des Jahres wurde der 17-Jährige mit dem Wunsch, American Football zu spielen, bei den Langenfeld Longhorns vorstellig. Ein halbes Jahr später spielt er in der U17 des Regionalligisten - und machte gleich seinen ersten Touchdown.

Die Suche nach der richtigen Position war indes nicht einfach. "Wir haben es zuerst als Passempfänger versucht, aber fangen ist nicht so mein Ding", sagt Mohamed über seinen Einstieg in den US-amerikanischen Volkssport. Da er nicht besonders groß oder schwer ist, versuchten es die Trainer mit der Position des Runningbacks (Läufer). "Er ist ziemlich fix auf den Beinen und hat Talent beim schnellen Finden der Lücken in der Abwehr", meint Daniel Berg, der die Läufer der U17 trainiert.

Der Kontakt zu dem Verein kam über das Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) zustande, das er besucht. Viele Jugendspieler der Longhorns sind an der Schule - so auch der Sohn des Haustechnikers, mit dem er sich gut versteht. Der Weg zum Trainingsplatz an der Jahnstraße war dann nicht mehr weit. "Es lag nahe, dass ich das auch mal ausprobiere", meint der Syrer.

Beindruckt hat er den Verein und die Coaches nicht nur mit seinen sportlichen Leistungen. Als die Longhorns kürzlich die Menschen aus den Flüchtlingsräumen in einer der Sporthallen des Konrad-Adenauer-Gymnasiums zu einem ihrer Spiele einluden, begleitete er den Vorsitzenden Mario Corosidis. "Wir wollten die Menschen abholen und zum Stadion begleiten", sagt er. Dabei habe er gemerkt, dass Mohamed bereits sehr gut Deutsch spreche. Er wolle weiterkommen im Leben und nutze seine Zeit daher sinnvoll, erwidert der Syrer. "Das hat mir sehr imponiert", erinnert sich Corosidis. Mohamed spricht fünf Sprachen und kann daher als Dolmetscher dienen. Mohamed hat sich zudem angeboten, als Übersetzer das Rote Kreuz bei der täglichen Arbeit zu unterstützen. "Als Schüler bin ich öfter verfügbar als die meisten anderen freiwilligen Kräfte vor Ort", sagt er. "Wenn ich helfen kann, mache ich das gerne."

American Football sei durch die große Teamstärke und die verschiedenen Positionen mit unterschiedlichsten körperlichen Anforderungen der perfekte Sport für Integration, findet Corosidis. "Wir haben Spieler aus 23 Nationen bei den Longhorns, auch ich habe einen griechischen Vater", betont er. "Wir sind stolz darauf, dass hier jeder akzeptiert wird. Fremdenfeindlichkeit ist bei uns absolut kein Thema - und wird es auch nie sein." Auf die Frage, was ihm besonders gut am American Football gefalle, antwortet Mohamed: "Das ist ein Sport, bei dem es sehr stark auf Teamwork und Zusammenhalt in der Mannschaft ankommt. Das gefällt mir." dora

Quelle: RP
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