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Monheim
Studie favorisiert Windkraft an der A 59

Monheim: Studie favorisiert Windkraft an der A 59
Insgesamt fünf Windkraftanlagen könnten entlang der A 59 entstehen. Dort will auch Langenfeld seine Anlagen konzentrieren. FOTO: Michael Reuter
Monheim. Nächste Woche werden im Planungsausschuss in Monheim die Ergebnisse des Gutachtens vorgestellt, in dem neun potenzielle Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen untersucht wurden. Von D. Schmidt-Elmendorff

Auf zwei Flächen im Osten des Stadtgebietes von Monheim, östlich des Knipprather Waldes, entlang der Autobahn 59 könnte eine Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Dort könnten bis zu fünf Anlagen errichtet werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Stadt Monheim in Auftrag gegebene Potenzialstudie Windenergie, in der BBB Umwelttechnik GmbH aus Weiden insgesamt neun Flächen im Stadtgebiet untersuchte. In den Jahren 1996 bis 1998 war eine ähnliche Untersuchung zu dem Ergebnis gelangt, dass sich wegen der mannigfachen Einschränkungen keine Fläche eigne.

Nachdem sich mit dem sogenannten Windenergieerlass von Juli 2011 die rechtlichen Vorgaben geändert und der heutige technische Stand der Windekraftanlagen einen rentablen Betrieb auch bei den vorhandenen Windgeschwindigkeiten erlaubt und immer mehr Betreiber bei der Stadt anklopfen, sollte nun eine geeignete Konzentrationsfläche gefunden und entsprechend der Flächennutzungsplan geändert werden.

Das Gutachterbüro prüfte das gesamte Stadtgebiet zunächst nach dem Ausschlussprinzip, wobei alle Flächen ausgeschlossen wurden, bei denen Windkraftnutzung unakzeptable Belastungen für die Bürger (in der Nähe von Siedlungen) oder die Umwelt (Naturschutzgebiete, FFH- und Vogelschutzgebiete) verursachen würden. Bei Gewerbegebieten, Landschaftsschutzgebieten und Wäldern wiederum kann die Kommune im Einzelfall prüfen und abwägen. Im Ergebnis wurden neun Flächen ermittelt, die mit ihrer Gesamtfläche (273,6 Hektar) elf Prozent des Stadtgebietes ausmachen.

Baumberg Zwei – bisher landwirtschaftlich genutzte – Flächen befinden sich in der Nähe von Haus Bürgel im Landschaftsschutzgebiet "Urdenbacher Altrhein". Sie würden zwar jeweils Platz für eine Anlage bieten, von ihrer Nutzung wird aber wegen der schwierigen Erschließung und der Nähe zu Naturschutzgebieten abgeraten.

Rheinbogen Die größte Potenzialfläche liegt im Monheimer Rheinbogen westlich der Stadt. Auf dem 170 Hektar großen Areal könnten laut Gutachter zehn Windkraftanlagen realisiert werden. Da die Anlagen aber bei Hochwasser nicht erreichbar wären und die Fläche zudem als Naherholungsgebiet dient, wird davon Abstand genommen.

Süden Die Potenzialstudie rückt vier Flächen im Süden der Stadt ins Visier. Eine kleine Fläche liegt westlich von Schloss Laach. Dort sehen die Gutachter ein erhebliches Konfliktpotenzial mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet Monbagsee. Neben zwei sehr kleinen Teilflächen, nördlich der Alfred-Nobel-Straße und östlich des Heerweges haben die Gutachter ein 23 Hektar großes Feld südlich der Alfred-Nobel-Straße identifiziert, auf dem drei Windanlagen aufgestellt werden könnten. Da es sich dort aber um einen "sensiblen Forschungs- und Entwicklungsstandort" handele, kommt BBB zu dem Schluss, dass Windkraftanlagen diesem "hochwertigen Gewerbestandort" eher schaden würden.

Autobahn Die beiden Flächen entlang der A 59 an der Stadtgrenze zu Langenfeld erstrecken sich insgesamt über rund 64 Hektar. Diese Standorte sind nicht nur bereits durch die Autobahn und die Hochspannungsleitung vorbelastet, sie sind auch gut erreichbar und entsprechen der Richtlinie, WKAs entlang vorhandener Infrastruktur zu bündeln. Dort sollen dann auch keine Höhenbegrenzungen für die Anlagen getroffen werden.

(RP/rl)
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