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Leichlingen/Rhein-Berg
Zugausfälle - Deppe (CDU) kritisiert National-Express-Chef

Leichlingen/Rhein-Berg. Zwei Tage hintereinander massive Verkehrsprobleme wegen Zugausfällen - und all das aufgrund angeblich überraschender Krankheitsfälle: Das private Verkehrsunternehmen "National Express" verspielt zurzeit offenbar nicht nur mächtig Kredit bei den Zugreisenden - es bringt auch Landespolitiker gegen sich auf. Von Peter Clement

So hat gestern der Landtagsabgeordnete des Rheinisch-Bergischen Kreises, Rainer Deppe, einen offenen Brief an den Geschäftsführer Tobias Richter von National Express Deutschland geschrieben. Darin bittet der Politiker den Firmenmanager, ihm und der Öffentlichkeit mitzuteilen, "mit welchem Konzept National Express zukünftig die Fahrplanstabilität auf der RB 48 absichern und Zugausfälle vermeiden will".

Nachdem viele Pendler am Dienstag wegen Krankheitsfällen bei Lokführern vergeblich auf Züge der Regionalbahn 48 gewartet hatten, war es auf der Strecke nach Leverkusen, Köln und Bonn tags darauf erneut zu Zugausfällen gekommen.

Etliche Bahnen, die am Mittwochmorgen von Leichlingen aus Richtung Süden fahren sollten, verkehrten nicht - so dass erneut viele Reisenden in der Blütenstadt hängen blieben. "Derzeit herrscht keine Epidemie", schreibt Deppe: "Wenn Sie in der Rheinischen-Post korrekt zitiert sind, hat Ihr Unternehmen von außerplanmäßigen Krankmeldungen gesprochen. Auch für solche Fälle muss es Vorkehrungen geben. Die Bahnkunden stehen zu lassen, kann auf jeden Fall keine Lösung sein."

Die Ursache liegt dem CDU-Politiker zufolge eher i zu geringer Personalstärke bei National Express und einer bisher vom Unternehmen vernachlässigten Ausbildung: "National Express hat den Fahrauftrag für die RB 48 - und auch für andere Strecken in Nordrhein-Westfalen - übernommen. Da können vor allem die Bahnkunden aber auch der Auftraggeber und die Öffentlichkeit erwarten, dass diese zur Zufriedenheit erfüllt und vertragstreu eingehalten werden", fordert Deppe:

Auf den verschiedenen politischen Ebenen versuchen wir, die Verkehrsprobleme unserer Region auch dadurch zu bewältigen, dass sich der modal split zu Gunsten des Schienenverkehrs entwickelt. Da sind solche nicht begründbaren Zugausfälle mehr als kontraproduktiv. Statt die Akzeptanz für den Bahnverkehr zu verbessern und die Umsteigebereitschaft zu erhöhen, bewirken Sie durch solche Ereignisse genau das Gegenteil."

Darüber hinaus sei für die Landes- und die Regionalpolitik von herausragender Bedeutung, wie National Express seine vertraglichen Pflichten zukünftig zu erfüllen gedenke. Deppe betont: ": "Gerade vor dem Hintergrund, dass wir uns in Nordrhein-Westfalen auf allen Ebenen massiv für den RRX einsetzen, der bekanntlich das Rückgrat des Schienenpersonenverkehrs unseres Bundeslandes bilden wird, sind belastbare und nachvollziehbare Planungen Ihres Unternehmens zwingend erforderlich."

Quelle: RP
 
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