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Leverkusen.
50.000 sahen den Dschungel hinger Schliebesch

Karnevalszug in Leverkusen-Schlebusch
Leverkusen.. Närrischer Ausnahmezustand in Schlebusch. Wegen des Zuschauerandrangs überlegen die Veranstalter, den Zugweg 2017 zu verlängern, Von Gabi Knops-Feiler

Angenehme Temperaturen, farbenfrohe Kostüme, neuer Zuschauerrekord und ein friedlicher Verlauf - das waren die Zutaten für einen gelungenen 29. Schlebuscher "Schull- un Veedelszoch". Es regnete am Samstag Strüssjer und Kamelle, während sich der Zug mit 1250 Teilnehmern in 18 Fußgruppen, 17 Wagen, fünf Musikkapellen und 50 Wagenengeln rund vier Kilometer zwischen Mülheimer Straße und Gezelinallee durchs "Dorf" schlängelte. Hunderte Papageien, Affen, Tiger und sonstige Urwaldbewohner sorgten beim großen Karnevalsvergnügen für den närrischen Ausnahmezustand.

Das herrliche Wetter hatte dazu geführt, dass fast 50.000 Menschen den Narrentreck unter dem Motto "Hinger Schliebsch fängt d'r Dschungel an" bestaunten. "Mehr geht nicht", stellten Bernhard Maybauer, Geschäftsführer der KG Grün-Weiß Schlebusch, und Mitarbeiter der Stadt bei der Nachbesprechung fest. Man sei an die Grenzen der Belastbarkeit gekommen, hieß es. Vor allem aus Sicherheitsgründen laufen jetzt Überlegungen, den Zugweg zu verlängern.

So wie das Ehepaar Marlies und Hans-Josef Spiegel mit seinem "Affen-Theater" hatten auch viele andere Zugteilnehmer das Motto aufgegriffen. Zudem waren Schlebuscher Grundschulen stark vertreten. "Ich bin ein Schüler, holt mich aus dem Bildungsdschungel", proklamierten fast 100 als Palmen gekleidete Schüler der KGS Gezelin-Schule. Als "Jecke Vögel" flatterten die Kameraden der GGS Morsbroicher Straße mit buntem Federkleid durch den "Dschungelzoch". Und die Waldschule war der Meinung: "Mer liere im Paradies".

Kritische Töne gab es wenige. Lediglich der "Initiativkreis für Europäische Integration" um Lukas Jeckel monierte "Hinger Schliebesch fängt der Verkehrsdschungel an" und wies Verkehrsteilnehmer auf "Brückenschäden" oder "mögliche Verspätungen" bei der Bahn hin. Dagegen kam Kritik von einer anderen Fußgruppe, und zwar an all jenen Zuschauern, die Kamelle mit Wucht zurückwarfen.

Leverkusens Prinz Markus I. beobachtete das Geschehen von einer Tribüne. "Ich will nur zusehen", bemerkte er und ergänzte lachend: "Wehe, die schmeißen was, das will ich selber tun."

Zudem waren Besucher aus aller Welt in Schlebusch. Wie zum Beispiel Navya aus Australien, die mit ihrem Arbeitskollegen Felix Kaechele gekommen war und sich als "Panda" verkleidet hatte. "Nice and funny", schön und lustig, sei "German Karneval", sagte die 33-Jährige. Oder wie die aus Leverkusen stammende Elke Schmitz, die mit ihrer Familie seit 13 Jahren in New Jersey (USA) lebt und nie den heimischen Karneval verpasst. "Das ist ein Muss", betonte sie. Präsident Bernd Herbel wäre sicherlich gerne dabei gewesen, war aber unpässlich.

Quelle: RP
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