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Leverkusen/Medellin
Bayer 04 bildet Trainer in Kolumbien aus

Leverkusen/Medellin: Bayer 04 bildet Trainer in Kolumbien aus
Bunte Truppe mit Bayer-04-Experten: Unter anderem der Leverkusener Klub engagiert sich bei der Trainerausbildung in Kolumbien. FOTO: Bayer 04
Leverkusen/Medellin. 30 junge Männer und Frauen in dem südamerikanischen Land sind nun Kinderfußballtrainer - unter anderem dank Bayer Leverkusen. Sie sind auch als Sozialarbeiter gefragt. Von Dorian Audersch

Seit knapp neun Monaten läuft das Projekt der Football Club Social Alliance (FCSA) in Kolumbien. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Gruppe von Vereinen aus dem Profifußball, die sich sozial engagieren. Neben Austria Wien und dem FC Basel ist auch Bayer Leverkusen Teil der Aktion. Ziel ist, junge Kolumbianer zu patenten Fußballtrainern auszubilden - mit Schwerpunkt auf die sozialen Aspekte des Sports.

Die Schulung umfasst insgesamt drei Module, in denen Kinderfußballtrainer und "Friedensförderer" ausgebildet wurden. Die Lehrgänge liefen in der Stadt Barbosa, die Teil der Provinz Antioquia ist. Die insgesamt 30 ausgebildeten Coaches, die FCSA und ihre Partner vor Ort sind Feuer und Flamme für das Projekt.

Den jungen Frauen und Männern wurde neben dem fußballerischen Fachwissen auch eine Anleitung zur Arbeit in sozialen Brennpunkten vermittelt - und wie sie durch den Sport benachteiligten Kindern helfen können. Drogen- und Gewaltprävention spielen dabei ebenso eine Rolle, wie Inklusion und Kinderpsychologie. Die Trainer konnten das erlernte Wissen direkt bei einem Training anwenden und ihre Qualifikationen mit einem Turnier sowie einen Abschlussfest für über 100 Kinder unter Beweis stellen.

Als Fußballexperten und Instrukteure waren Roman Klossek und Peter Quast von Bayer 04 Leverkusen für das Abschlussmodul in Kolumbien. Klossek ist überzeugt vom Ausbildungserfolg: "Die Trainer sind alle bei unterschiedlichen sozialen Einrichtungen tätig und waren hochmotiviert", sagt er. "Sie werden die Inhalte der Ausbildung in der täglichen Arbeit in ihren jeweiligen Heimatorten umsetzen."

Während der sechs Ausbildungstage lernten die Teilnehmer, wie man Kindern über den Fußball auch aktuelle Themen wie Friedensbildung und Gewaltprävention vermittelt. Auch ein gesunder Lebensstil ist Teil des Lehrgangs. Erstmals wurde eine Gruppe von Jugendlichen mit Behinderung zum Training mit den Coaches eingeladen.

Klossek betont die Bedeutung lokaler Partner wie Colombianitos, Terre des Hommes Suisse oder des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes aus Medellin - und die Notwendigkeit, dass die Coaches ihr Wissen in den Organisationen verbreiten, um noch mehr Kinder zu erreichen. Peter Quast zeigte sich beeindruckt und fasziniert von Kolumbien und der großen Lernbereitschaft der Trainer-Azubis. Er freut sich, mit wie viel Enthusiasmus und Fleiß die Teilnehmer bei der Sache seien: "Mich persönlich berührt die Bescheidenheit der Menschen - und die Gastfreundschaft, Freude und Kollegialität im Umgang."

Andres Herrera von der Partnerorganisation Colombianitos lobt ebenfalls die Ausbildung und erzählt von seinen Ideen, wie er das Wissen in seiner Einrichtung teilen kann: "Ich sehe jetzt schon eine positive Veränderung im Leben der Kinder, weil wir den Sport nutzen, um sie zu bilden und mit ihnen Projekte zu planen."

Quelle: RP
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