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Leverkusen
D'r Zoch kütt... doch - am Rosensonntag

Leverkusen. Rosenmontag am Rosensonntag: Wenn alles gut geht, wird der Zoch am 6. März nachgeholt, sagt Zugleiter Manfred Luxem. Politiker der Bezirksvertretung für Opladen haben einen Eilantrag für eine 3000-Euro-Finanzspritze formuliert. Von Ludmilla Hauser und Ulrich Schütz

Manfred Luxem ist ein Mann der Tat. Montag sprach er davon, man müsste doch mal überlegen, ob es nicht einen Ersatztermin für den ausgefallenen Opladener Rosenmontagszug geben könnte. Aschermittwoch hat er sich die Finger beim E-Mailschreiben heißgetippt, gestern meldete er: "Den vielfach geäußerten Wunsch nach einem Ersatztermin für die witterungsbedingte Absage des Opladener Rosenmontagszuges hat der FLK-Vorstand aufgegriffen. Als Ersatztermin wurde zeitnah Sonntag, 6. März, festgelegt."

Auf dieses Datum fällt in diesem Jahr der so genannte Rosensonntag (in der katholischen Kirche Laetare) - die Mitte der Fastenzeit. Dass dieser Termin für die Zugwiederholung geeignet ist, hatte Stadtdechant Pfarrer Heinz-Peter Teller bereits am Dienstagabend mit Thomas Loef, zweiter Geschäftsführer des Festkomitees Leverkusener Karneval, besprochen (wir berichteten).

"Rosensonntag ist der passende Termin, es sollte ja relativ zeitnah sein", sagte Luxem gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. "Klar, der Zug am Rosensonntag wird natürlich kein richtiger Rosenmontagszug. Ich weiß nicht, ob die Zuschauer kostümiert kommen werden, aber ich würde mir das natürlich wünschen", kommentiert der Opladener Zugleiter. Und dass freilich die Gäste zum Zuschauen zahlreich erscheinen: Die "regulären" Rosenmontagszüge in Opladen sehen gut und gerne jedes Mal mehr als 50.000 Zuschauer.

Luxem hat am Aschermittwoch die Leiter der Zuggruppen und Karnevalsgesellschaften angeschrieben, um zu eruieren, wer Interesse hat, an diesem Tag mitzugehen. Gesellschaften, Vereine, freie "Mitgänger" sollen sich möglichst bis zum Wochenende beim FLK melden.

"Bei der Schlüsselrückgabe am Dienstag in der NRW-Garage habe ich schon mit Uwe Richrath gesprochen. Der Oberbürgermeister hat uns seine volle Unterstützung zugesagt." Den Nachholtermin so früh wie möglich festzulegen, hält Luxem für wichtig. "Jetzt haben die Gesellschaften ihre Wagen noch nicht abgeräumt. Die können dann bis zum Termin im Grunde so stehen bleiben - bis auf die verderbliche Ware, natürlich." Die Altstadtfunken beispielsweise berichteten am Dienstag bei der Nubbelverbrennung, dass sie ihren Wagen noch gar nicht abgeladen hätten, weil sie abwarten wollten, ob es nicht doch einen Nachholtermin geben würde. Bis auf die Strüßcher, die bis Mittwoch noch von den Altstadtfunken verteilt worden waren.

Das Festkomitee Leverkusener Karneval (FLK) müsse "jetzt aber noch die Hausaufgaben machen", ergänzt Luxem. Das heißt mit einem Wort: Kassensturz. Denn die Musikapellen, Ordner und das Deutsche Rote Kreuz müssen trotz Zugausfalls bezahlt werden.

Eine Finanzspritze für den Zoch könnte es am kommenden Dienstag aus der politischen Ecke geben. Dann entscheidet die Bezirksvertretung II, zuständig unter anderem für Opladen, über einen parteiübergreifenden Eilantrag zu 3000 Euro für die Zugwiederholung aus den Mitteln der Bezirksvertretung, berichtet Bezirksvorsteher Rainer Schiefer. Der Zoch nämlich diene der Pflege des Brauchtums und sei zudem auch ein Art Wirtschaftsförderung für Opladen.

Prinz Markus I., seit Mittwoch eigentlich Ex-Tollität, dürfte die "Zoch kommt doch"-Nachricht besonders freuen. Er hatte schon am Rosenmontag gesagt: "Am liebsten würde ich den Zug schon morgen wiederholen."

Quelle: RP
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