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Leverkusen
Demonstration für den Tunnel geplant

Leverkusen. Die Planungen für den Aus- und Umbau der Autobahnen in Leverkusen beschäftigt verstärkt Politiker, Fachleute und Bürgerinitiativen. Zur Klarstellung ließ Christoph Jansen, Projektleiter für den Autobahnbau am Kölner Ring, gestern über den Sprecher seiner Landesbehörde, Bernd Löchter, ausrichten: "Wir befürworten weder die Stelze noch den Tunnel, das ist nicht unsere Rolle. In meiner Aussage ging es ausschließlich um die mögliche Reihenfolge der Bauabschnitte." (Gemeint sind die Projekte Rheinbrückenbau, Umbau Autobahnkreuz Leverkusen, Erneuerung Stelzenautobahn). Von Gundhild Tillmanns

Der neue Oberbürgermeister Uwe Richrath wird mit seinem Amtsantritt am 21. Oktober den Kampf für einen Autobahntunnel sofort zur Chefsache erklären, sagte er unserer Redaktion. "Der Tunnel hat oberste Priorität, dafür müssen wir unsere Abgeordneten in Berlin und alle Bürger Leverkusens mobilisieren", kündigte Richrath auch weitere Demonstrationen an.

Den Widerstand gegen eine neue Stelzenautobahn unterstreicht das Ratsbündnis (CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Opladen plus): Thomas Eimermacher, CDU-Fraktionsvorsitzender, betonte: Es könne nur eine Lösung geben: "Die Stelze muss unter die Erde. Zumindest wurde von Straßen.NRW eine ergebnisneutrale Gegenüberstellung aller möglichen Varianten für diesen Herbst zugesagt." Bürgermeister Gerd Wölwer, Bündnis 90/Die Grünen, fordert: "Es ist der Zeitpunkt gekommen ist, dass ganz Leverkusen aufsteht und Druck macht."

Markus Pott (Opladen plus) verdeutlicht: "Oberbürgermeister Buchhorn hat im Wahlkampf davon gesprochen, dass mindestens 20.000 Bürger das Autobahnkreuz besetzen. Wir erwarten, dass der künftige Oberbürgermeister Richrath gleich mit seiner Amtsübernahme ein klares Zeichen setzt und Bund und Land die rote Karte zeigt."

Peter Westmeier von den Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung (LIV) plant schon eine Demonstration und ruft die Politik auf: "Beweist uns, dass das Bürgerinteresse über dem Parteiinteresse steht. Ein deutliches Zeichen wäre zum Beispiel ein gemeinsamer Auftritt und die Teilnahme aller Oberbürgermeister von Leverkusen!" Westmeier gibt zu bedenken, die Stadt sei Eigentümer des Grundstücks Schule Görresstraße (an der Stelze). Klagemöglichkeiten müsse die Stadt schon heute prüfen und später als Kläger vorangehen. Damit könne sie für betroffene Bürger eine erhebliche Unterstützung leisten.

Rolf Kraneis, pensionierter Straßenbauingenieur, meint, es sei höchste Zeit zum Aufstand von Bevölkerung, Politik und Verwaltung. Wenn erst das Planfeststellungsverfahren laufe, dann bedürfe es einer substanziellen Form von Einwänden und Bedenken, um überhaupt noch vors Bundesverwaltungsgericht ziehen zu können. Nur wegen Lärm oder Staub dagegen zu sein, reiche nicht: "Da muss man sich juristische und technische Fachkompetenz einkaufen", sagt Kraneis.

Quelle: RP
 
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