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Lanxess-Deal mit Saudi-Firma: Gewerkschaft sieht's positiv

Leverkusen: Lanxess-Deal mit Saudi-Firma: Gewerkschaft sieht's positiv
FOTO: Lanxess
Leverkusen. Der Konzern gründet mit der Öl- und Energiefirma Saudi Aramco ein Joint Venture im Kautschukgeschäft. In Leverkusen wechseln 50 Mitarbeiter in die neue Firma. Die IG BCE geht durch die Transaktion nicht von Personalabbau aus. Von Ludmilla Hauser

Das Wirtschaftskarussell rotiert im September ganz ordentlich in der Stadt: Zum Monatsanfang wird Bayers Kunststofftochter MaterialScience als Covestro rechtlich selbstständig. Dann erfindet sich der Bayer-Konzern in seiner Struktur komplett neu, und die erste Frau in der Geschichte des Konzerns schafft es in den Vorstand der Bayer AG. Jetzt schließt ein anderes Ex-Bayer-Kind - der Weltkonzern Lanxess ein Kautschuk-Joint-Venture mit einem saudischen Öl- und Energieriesen.

Der Konzern mit Zentrale in Köln-Deutz und seinem weiterhin größten Produktionsstandort in Leverkusen gründet mit Saudi Aramco ein "global führendes Joint Venture für synthetischen Kautschuk", verkündete Lanxess-Chef Matthias Zachert gestern. Eine strategische Allianz. Beide Partner wollen je 50 Prozent an dem Joint Venture halten. Das sei insgesamt mit 2,75 Milliarden Euro bewertet. 1,2 Milliarden zahlt Saudi Aramco für seine 50 Prozent - in bar.

Matthias Zachert (LANXESS, r.) und Abdulrahman F. Al-Wuhaib (Saudi Aramco).

Zachert frohlockte: "Eines der global leistungsfähigsten Unternehmen im Kautschukbereich entsteht. Lanxess schlägt deutlich früher als erwartet wieder den Wachstumskurs ein." Mit der Erlös aus der Transaktion sollen in Wachstum investiert, Schulden abgebaut und Aktien zurückgekauft werden. Dass Lanxess auf der Suche nach strategischen Partner in seiner Neuausrichtung ist, hatte Zachert schon bei der Vorstellung seines Konzeptes erläutert, später stets nur Gespräche mit potenziellen Interessenten bestätigt. Jetzt der Paukenschlag. Im ersten Halbjahr 2016 soll die Transaktion fix sein. Lanxess bringt ins neue Unternehmen 20 Werke in neun Ländern mit rund 3700 Mitarbeitern ein. In Leverkusen sind 50 betroffen, in Dormagen 450.

Frank Werth, neuer Bezirksleiter Leverkusen der Industrie-Gewerkschaft IG BCE, bewertete das Joint Venture positiv: "So ein starker Investor ist erstmal gut. Zudem eröffnet sich Lanxess sich so einen Rohstoffzugang, kann mit anderen Preisen arbeiten, das macht das Unternehmen wieder wirtschaftlicher. Das ist viel besser als ein Unternehmen, das selbst schon im Markt tätig ist. Denn dann würde es Synergien geben, die möglicherweise Stellenabbau verursachen", erläuterte Werth. "Saudi Aramco ist aber nicht im Kautschukgeschäft tätig, so ist erstmal nicht davon auszugehen, dass Personal abgebaut wird."

Aber: Werth will genau darauf achten, dass den Arbeitnehmern keine Nachteile entstehen, für sie die Standortsicherung gilt. Aus der Betriebsversammlung in Leverkusen war zu hören, dass Lanxess-Arbeitsdirektor Rainier van Roessel deutlich gemacht hat, dass man im Arbeitgeberverband Chemie bleiben werde. Dies wiederum heißt: Die Tarifverträge sind für die Joint-Venture-Wechsler weiter gültig.

Quelle: RP
 
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