| 19.12 Uhr

Leverkusen
Männer werfen Böller auf Flüchtlingsheim

Leverkusen: Männer werfen Böller auf Flüchtlingsheim
In der Neujahrsnacht wurde die Flüchtlingsunterkunft Görresstraße von mindestens fünf Männern angegriffen. Das Foto stammt von einem früheren Polizeieinsatz an der Einrichtung. FOTO: UM (Archiv)
Leverkusen. Die Neujahrsnacht bleibt bei den Sicherheitskräften an der Flüchtlingsunterkunft Görresstraße wohl vorerst im Gedächtnis. Als negative Erfahrung. Denn kurz nach Mitternacht wurde das Heim in der ehemaligen Schule angegriffen. Von Ludmilla Hauser

Silvesterböller sollen geflogen sein, "auch mit Schreckschusspistolen ist wohl geschossen worden", berichtet Manfred Hans von der Arbeiterwohlfahrt (Awo), die die Unterkunft an der Görresstraße betreut, auf Anfrage unserer Redaktion. "Das Sicherheitspersonal wurde bedroht und massiv beschimpft", erzählt Hans, der von dem Vorfall am Neujahrsmorgen erfuhr.

Verletzt wurde laut Hans niemand, auch das Gebäude habe nach bisherigem Kenntnisstand keinen Schaden genommen. "Aber allein diese Bedrohungslage ist schlimm genug", merkt Manfred Hans betroffen an.

Die Polizei bestätigt einen Einsatz gegen 0.14 Uhr an der Flüchtlingsunterkunft mit Feuerwerkskörpern, die in Richtung des Gebäudes geflogen seien, und beleidigenden Äußerungen. Als die Beamten am Tatort ankamen, trafen sie auf fünf Tatverdächtige - 17, 18, 21, 29 und 31 Jahre alt. "Bei der vorübergehenden Festnahme der fünf Personen ist ein Polizeibeamter verletzt worden", berichtet eine Polizeisprecherin gestern. Nach der Feststellung der Personalien seien die Tatverdächtigen dann wieder entlassen worden. Zu den Hintergründen der Tat und ob diese rechtsextrem motiviert sein könnte, kann die Polizei vorerst noch nichts sagen.

Das Sicherheitspersonal an der Unterkunft hatte Manfred Hans noch von weitaus mehr Angreifern berichtet. "Zunächst sollen es vier gewesen sein, dann sollen noch zehn Weitere hinzugekommen sein." Auch die Nachbarn der Unterkunft hätten die Angreifer aufgefordert, das Areal zu verlassen, allerdings erfolglos, berichtet der Awo-Kreisverbands-Geschäftsführer von dem, was ihm das Sicherheitspersonal von den Geschehnissen der Neujahrsnacht gemeldet hat.

Und so froh Manfred Hans auch ist, dass niemandem etwas passiert ist, so schockiert ist er über den Angriff auch: "Bisher dachten wir, in Leverkusen ist es relativ ruhig mit der rechten Szene. Aber der Vorfall jetzt macht uns doch sehr nachdenklich."

Liebe Leserinnen und Leser,
Berichte zur Flüchtlingskrise können Sie bei RP Online derzeit nicht kommentieren. Die Gründe dafür erfahren Sie hier.

Quelle: RP
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.