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Leverkusen
Notunterkunft: eng, aber trocken

Neue Flüchtlingsunterkunft Auermühle
Leverkusen. Ab Montag werden bis die ersten Flüchtlinge in der Zeltstadt im ehemaligen Freibad Auermühle erwartet. Sie bietet ein Obdach, aber nicht mehr. Auf engstem Raum und nur mit dem Nötigsten müssen die Menschen dort zusammenleben. Von Gundhild Tillmanns

Die erste Station in Leverkusen ist für die ersten Flüchtlinge, die am Montag in die Notunterkunft in Auermühle einziehen werden, ein großes Zelt auf dem Parkplatz. "Willkommen", steht über dem Eingang in mehreren Sprachen. Im Inneren ist gut geheizt. Regelbar sei die Heizung auch, wenn es richtig kalt wird - "und im Sommer werden die Zelte belüftet", informieren Flüchtlingsprojektleiter Tim Feister und Sarah Leichenich, die Chefin der Notunterkunft im ehemaligen Freibad Auermühle. Die Malteser, die die Einrichtung betreiben, sind an ihrer dunkelblauen Kleidung zu erkennen. Ärzte tragen eine zusätzliche blaue Weste, Dolmetscher eine pinkfarbene, Mitarbeiter des Camps eine gelbe Weste.

Zu acht müssen sich die Flüchtlinge die engen Schlafkammern teilen. Es gibt keine Spinde. FOTO: Uwe Miserius

Im Aufnahmezelt bekommen die Flüchtlinge ein Heißgetränk, einen Snack. Dort werden sie aber vor allem zunächst ärztlich untersucht und gegen Tetanus, Diphtherie, Masern, Mumps geimpft. Der Kühlschrank mit den Impfseren ist schon voll. Wer keine ansteckende Infektionskrankheit hat, isoliert und ins Krankenhaus gebracht werden muss, der wird im Aufnahmezelt auch bereits registriert und erhält seine Computerkarte. Die ist nötig für den Einlass ins Camp, für die Essensausgabe, die Ausgabe von Hygieneartikeln oder Kleidung.

Durch das Tor am ehemaligen Kassenhäuschen des Freibades geht es in die Zeltstadt mit acht großen Leichtbauhallen, die in kleine Schlafkojen mit jeweils vier Doppelstockbetten aufgeteilt sind. Idealvorstellung sei es, ein Zelt nur für Familien, ein anderes nur für allein stehende Männer bereit zu halten, sagt Feister. Aber niemand könne wissen, ob sich das dann entsprechen der Flüchtlingszuweisungen auch realisieren lasse, räumt er ein. Luxus ist es nicht, der den Flüchtlingen geboten wird: Es ist eng und für das eben Nötigste gesorgt. Platz für die persönlichen Gegenstände gibt es nur in Plastikboxen, die unter die Betten geschoben werden. Koffer und größere Taschen müssen zentral gelagert werden.

So sehen die Leichtbauten oder Zelte aus. Sie sind beheizbar. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Inmitten der Schlafzelte steht jeweils ein Waschzelt für Frauen und eines für Männer. Dusch- und Toilettenkabinen, vier Tröge zum Händewaschen, vier Haartrockner: In Schichten müssen die Waschgelegenheiten genutzt werden, wie Feister ankündigt. Das gelte ebenfalls für den Speisesaal, fügt er hinzu.

Dann geht es in den Aufenthaltsbereich: ein Zelt mit Sitzgelegenheiten, zwei kleineren abgetrennten Einheiten für Gespräche mit dem Psychologen oder Kindergruppen. Auf einem Regal stehen Informationsbroschüren in verschiedenen Sprachen bereit, die die Flüchtlinge in Deutschland willkommen heißen sollen. Ein Fernsehgerät soll dort noch aufgestellt werden, ein zweites im Speisesaal.

Mit dieser Computerkarte gibt es Einlass ins Zeltcamp. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Im Aufenthaltsraum soll es kostenfreies WLAN und Handyaufladestationen geben: "Das Internet ist für die Flüchtlinge oft die einzige Möglichkeit, zu erfahren, ob ihre Familie zu Hause noch lebt", verdeutlicht Feister. Ein Gebetsraum sowie natürlich ein Speisesaal in den ehemaligen Freibadumkleiden gehören ebenfalls zum Flüchtlingslager. Das Schwimmbecken wurde in einen Löschteich umfunktioniert, wobei jeder hofft, dass dieser nie genutzt werden muss.

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Quelle: RP
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