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Leverkusen
Schülerlotsen messen sich in Diplomatie und Vorausschau

Leverkusen. Schülerlotsen sind wichtig. Sie haben morgens in der hektischen Verkehrsphase die wichtige Aufgabe, für Sicherheit zu sorgen, sagte Oberbürgermeister Uwe Richrath, der selbst in seiner Kindheit ein Schülerlotse war. Er freute sich, dass der diesjährige Schülerlotsenwettbewerb der NRW-Verkehrswacht in Zusammenarbeit mit Currenta in Leverkusen stattfand. Von Tobias Falke

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek war für das große Engagement der Schülerlotsen dankbar. Schließlich habe es seit der Einführung 1953 an den von ihnen gesicherten Übergängen keinen einzigen schweren oder tödlichen Unfall gegeben. Dr. Ernst Grigat, Leiter des Chempark-Betreibers Currenta, machte aufmerksam, dass Erwachsene im Straßenverkehr nicht immer als Vorbilder dienen.

"Ich beobachte, dass der Abstand zwischen den Autos immer dichter wird und somit eine höhere Unfallgefahr besteht", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies. "Aber vor allem die Ablenkung durch Smartphones ist so gefährlich, dass wir uns gemeinsam die größten Sorgen machen müssen." Daher seien Signalfarben - wie bei den Schülerlotsenwesten - sehr wichtig, da die Fahrer diese schneller wahrnähmen.

Für Lucas Föll und Katrin Lüttgens aus der 8d der Gesamtschule Langerwehe aus dem Kreis Düren war es ein gelungener Wettbewerb. Sie zählten zu rund drei Dutzend Teilnehmern, die nicht nur einen schriftlichen Test oder einen Schätzung zu Geschwindigkeit und Bremszeit eines Fahrzeuges absolvieren mussten, sondern auch bei Horst Bartsch im Mobil der Landesverkehrswacht NRW Platz nahmen. Der pensionierte Polizist ist seit zehn Jahren ehrenamtlich für die Verkehrswacht tätig und testete die Schüler auf Reaktionen. Beim Sehtest half er Lucas etwas nach, eher dieser mit Bravour bestand.

Beim Rollenspiel mussten die Schüler dann zu Jürgen Dahlmann, Vorsitzender der Verkehrswacht Solingen. Dahlmann spielte unter anderem einen gestressten Vater, der mit seinem Kind die Fahrbahn überquert, obwohl der Lotse diese noch nicht freigegeben hat. "Hier wollen wir testen, wie die jungen Leute mit den Eltern kommunizieren. Sie sollten sich auf keinen Fall auf ein Streitgespräch einlassen, sondern vielmehr die Erwachsenen auf ihre Vorbildfunktion aufmerksam machen - in einem ruhigen und freundlichen Ton", erklärte Dahlmann.

Die Verkehrswacht machte darauf aufmerksam, dass Schülerlotsen unbedingt nötig seien, da die Zahl der jährlich auf dem Schulweg verunglückten Grundschüler mit rund 18.000 der Einwohnerzahl einer Kleinstadt entspreche. Zurzeit engagieren sich in Deutschland rund 55.000 Verkehrshelfer.

Quelle: RP
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