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Kanusport
Mit Paddel zum Polo

Kanusport: Mit Paddel zum Polo
Ein feuchtes Vergnügen: Beim Kanupolo gehen die Paddler in ihren Booten keinem Zweikampf aus dem Weg. Die noch junge Disziplin ist gerade bei Jugendlichen im Moment sehr angesagt. F oto: Miserius FOTO: RPO
Der Leverkusener Kanu-Club will vor allem Familien und Jugendliche für das Treiben auf dem Wasser begeistern. Gemeinschaft und Geselligkeit werden groß geschrieben. Kanupolo liegt derzeit schwer im Trend. Von Benjamin Schütz

Wie die Heinzelmännchen laufen die 20 Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums durch die Garage des Kanu-Clubs Leverkusen und beladen die Kleinbusse mit Booten, um sich endlich auf zur Wupper zu machen. Da beginnt dann das Vergnügen für die Sport-AG – Wildwassertechnik steht auf dem Programm. Mit Leistungssport hat das Treiben nichts zu tun. Der Verein für Kanusport Bayer Leverkusen sieht sich als reiner Breitensport-Anbieter. Spaß und Geselligkeit kommen vor dem Leistungsgedanken. "Wir haben früher auch Erfolge beim Wildwasserfahren gesammelt", erzählt der Vereinsvorsitzende Hans-Christian Rabenhorst. "Das ist aber in den 80er Jahren eingeschlafen."

Zu schlecht stellen sich die Trainingsmöglichkeiten rund um das Bootshaus an der Rheinallee dar. Die zahlreichen Fahrten in die Pyrenäen oder Alpen sind deshalb regelmäßig ein Highlight im Kalender der Leverkusener Kanuten. Was am Paddeln im Wildwasser so faszinierend ist? Das sei schwer zu beschreiben, meint Rabenhorst und fährt stattdessen den Computer hoch. Ein Film vom letzten Skandinavien-Trip soll es deutlich machen: Wagemutig stürzen sich die Kanuten in Gletscherbäche, durch Stromschnellen und atemberaubende Schluchten. "Das ist die große Faszination. Man hat ständig einen Adrenalinkick und sieht Landschaften, die man sonst nicht zu sehen bekäme", kommentiert der 33-Jährige.

Hinzu kommt der Faktor Geselligkeit, der auch in der Heimat stets groß geschrieben wird. "Wir feiern oft zusammen Feste im Bootshaus oder treffen uns abends auf ein Bierchen", erzählt Rabenhorst. "Wir sprechen vor allem Jugendliche und Familien an, die Spaß am Sport und dem Gemeinschaftsleben haben." Große finanzielle Mittel sind dabei fürs Paddeln nicht nötig. "Wir haben genug Boote und Ausrüstung, die wir zur Verfügung stellen können."

Der neueste Trend im Angebot ist zurzeit Kanupolo. Die rasante und dem Handball ähnliche Disziplin in Booten erfuhr in den vergangenen Jahren einen großen Zulauf und wird auch von den Leverkusenern begeistert gespielt. Seit 2005 frönen bis zu 20 Paddler vor dem Bootshaus wöchentlich der jungen Disziplin. 2006 trat erstmals ein Bayer-Team bei einem Turnier an. "Wir hoffen, dass wir in ein, zwei Jahren auch eine leistungsbezogene Mannschaft stellen können. Noch fehlen aber einige Spieler", erklärt der Vereinsvorsitzende.

Vielleicht kommt der Nachwuchs bald auch aus den Schul-AGs. Nach der Sommerpause jedenfalls wird die Zusammenarbeit mit dem Lise-Meitner-Gymnasium fortgesetzt – und Gespräche mit anderen Leverkusener Schulen laufen auch bereits.

Quelle: RP
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