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Lokalsport
Obliers' spannender Findungsprozess

Leverkusen. Bei Bayers Fußballerinnen hat sich in diesem Sommer einiges getan. Neben dem Umzug von der BayArena an den Kurtekotten musste der Trainer inklusive der Eigengewächse zwölf Zugänge integrieren. Morgen geht's los gegen Jena. Von Tobias Krell

Eine wichtige Rolle wird Olympiasiegerin Annike Krahn am morgigen Sonntag so oder so spielen. Vor dem Ligaauftakt von Bayers Fußballerinnen gegen den USV Jena (14 Uhr, Kurtekotten) ehrt die Frauenfußball-Abteilung ihr "Goldmädchen". Ob die künftige Ex-Nationalspielerin so kurz nach dem Abenteuer Brasilien schon auflaufen wird, das will Coach Thomas Obliers erst kurzfristig entscheiden. Schließlich konnte die Abwehrchefin am Donnerstag zum ersten Mal überhaupt in diesem Sommer mit dem Team trainieren. Andererseits ist sie nach dem Titelgewinn von Rio bereits im Wettkampfmodus, hat ebenso viel Selbstvertrauen wie beste Laune und verfügt über unbestrittene Führungsqualitäten.

Ob mit oder ohne Krahn: Alle Rädchen werden zum Auftakt wohl noch nicht ineinander greifen können. Schließlich gehört zum Kader - zählt man die beiden Eigengewächse Gianna Rackow und Sarah Abu-Sabbah mit - ein ganzes Dutzend neuer Gesichter. Und einige davon werden es ganz sicher auch gegen Jena in die Startelf schaffen. Die größten Hoffnungen dürfen sich wohl die Neu-Leverkusenerinnen machen, die schon beim Pokalsieg in Niederkirchen zu Beginn auf dem Feld standen (Nina Ehegötz, Rachel Rinast, Melissa Friedrich, Rieke Dieckmann) oder später (Ana-Cristina Oliveira-Leite, Henrietta Csiszar, Gianna Rackow).

Komplett machen das Dutzend Jil Ludwig, Ersatzkeeperin Carolin Größinger, die derzeit verletzte Lena Schrum und Gentjana Rochi, die nach einem ausgedehnten Gastspiel in der Vorbereitung erst kurz vor Saisonbeginn als zwölfter und letzter Neuzugang verpflichtet wurde. Verzichten müssen Coach, Mitspielerinnen und Fans dafür auf zehn Spielerinnen, die den Klub verlassen haben (Carolin Simon, Marisa Ewers, Anna Gasper, Sharon Beck, Jana Schwanekamp, Kristina Sundov, Sandra Jessen und Katharina Prinz), eine Karrierepause einlegen (Laura Leluschko) oder künftig für Bayers Reserve spielen (Frauke Roenneke) - und überdies auf das Ulrich-Haberland-Stadion, wo nur noch besonders publikumsträchtige Begegnungen ausgetragen werden.

Damit die Eingewöhnung am Kurtekotten leichter fällt, spendieren die Leverkusenerinnen allen Zuschauern zur Premiere freien Eintritt und hoffen auf eine ordentliche Kulisse. Dem Anhang (und sich selbst) will das Team einen Saisonstart nach Maß bescheren. "Wir wollen ganz klar einen Sieg zum Einstand", betont Obliers.

Schließlich haben sich der Trainer und seine alten wie neuen Schützlinge für die Spielzeit eine Menge vorgenommen. Lisa Schwab beispielsweise hält "Platz fünf bis sechs für realistisch". Sie hält nun den nächsten Schritt für möglich und nötig. "Es ist nicht unser Anspruch, dauerhaft nur gegen den Abstieg zu spielen", betont sie. Ähnliches hat auch Krahn bereits formuliert, ehe der Flieger nach Brasilien ging.

Übrigens: Auch dort hat sie (mit dem deutschen Team) die selbst gesteckten Ziele (Finalteilnahme) erreicht und übertroffen. Ein gutes Omen also für die Leverkusenerinnen, die zum Start noch auf Fast-Nationalspielerin Turid Knaak verzichten müssen, die allerdings bald ins Lauftraining einsteigen wird.

Quelle: RP
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