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Leverkusen
Stein-Theater zeigt "Endstation Sehnsucht"

Leverkusen. Die Theater AG des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums feiert ihr 20-jähriges Bestehen mit der Aufführung von Tennessee Williams' Meisterwerk "Endstation Sehnsucht" (28./31. August, Aula vom-Stein-Gymnasium, Morsbroicher Straße). Es ist die Geschichte um die kultivierte, aber labile Lehrerin Blanche. Die Aristokratin sucht Unterschlupf bei ihrer Schwester Stella im schwülen New Orleans. Sie will ihre Vergangenheit vergessen. Doch das bekommt ihr auch nicht richtig. Ihre Schwester lebt mit Stanley zusammen, einem polnischen Einwanderer, der nicht vor Gewalt zurückschreckt. Das Stück zeigt den Konflikt zwischen der Bildungsbürgerschaft der alten Südstaaten und des neuen, offenen und wilden Amerikas. Williams erhielt 1947 für dieses Stück den Pulitzer-Preis. Von Tobias Falke

Die männliche Hauptrolle verkörperte damals Marlon Brando. In der Theater AG des Stein-Gymnasiums wird Richard Sengfelder die Rolle des Stanley Kowalski übernehmen. Er passt wie die Faust aufs Auge. Der 18-Jährige hat eine große, stattliche Figur und eine tiefe, kräftige Stimme. Würde man ihn nicht kennen, könnte man vermuten, er sei ein Macho. Doch er sagt: "Ich bin im echten Leben eigentlich komplett das Gegenteil. Es war zum einen recht spannend, einen aggressiven, egozentrischen Charakter zu spielen, aber dennoch ist es ein komisches Gefühl. Gerade in den Szenen, in denen ich zum Beispiel meine Frau schlage. Das hat am Anfang sehr viel Überwindung gekostet."

Auch für Britta Harms, die die weibliche Hauptrolle Blanche spielt, war es eine neue Herausforderung: "Ich habe noch nie eine Hauptrolle gespielt. Jetzt bin ich das erste Mal in der Theater AG in der Schule und habe prompt diese Rolle bekommen. Einfach war das nicht. Wir proben das Stück seit einem Jahr und meine Rolle hat sehr viel Text. Zwischendurch habe ich ja noch mein Abitur gemacht, das war dann schon ganz schön stressig."

Warum gerade dieses Stück zum Jubiläum ausgesucht wurde, erklärt Lehrerin Edith Englich-Errens. Sie führt die Regie: "Es ist einfach mein Lieblingsstück. Ich liebe Tenessee Williams und Faust. Faust hatten wir bereits, deshalb haben wir uns dann für das Stück aus den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts entschieden."

Dass Englich-Errens eine ausgezeichnete und begeisterte Leitung ist, beweisen die Schüler selbst. Auch wenn Britta Harms und Richard Sengfelder ab diesem Jahr nicht mehr an der Schule sind, wollen sie der Theater AG unbedingt erhalten bleiben. So wie bereits einige Schüler vor ihnen. Wer sich dieses Stück in dieser Woche nicht entgehen lassen möchte, sollte sich rechtzeitig Karten kaufen. Der Eintritt kostet sechs, ermäßigt drei Euro.

Informationen www.fvstein.de

Quelle: RP
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