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Leverkusen
Unbeteiligter gerät bei Verfolgungsjagd in tödliche Gefahr

Leverkusen: Unbeteiligter gerät bei Verfolgungsjagd in tödliche Gefahr
Im Wagen fanden die Beamten unter anderem dieses Fahrrad, das möglicherweise gestohlen wurde. FOTO: miserius uwe
Leverkusen. Ein unbekannter Fahrer hat sich tagsüber mit der Polizei von Schildgen bis Schlebusch eine Verfolgungsjagd geliefert. Die Zivilfahnder brachen die Jagd ab, weil der Verfolgte andere Autofahrer und Fußgänger in Lebensgefahr brachte. Von Ulrich Schütz

Mit hochriskanten Fahrmanövern hat sich am Montag ein mutmaßlicher Straftäter der Festnahme entziehen können. Die gefährliche Flucht ging von Schildgen an der Waldsiedlung vorbei bis nach Schlebusch. Der unbekannte Fahrer zwang entgegenkommende Fahrer zu Notbremsungen, gefährdete auch Radfahrer und Fußgänger. Einer konnte sich laut Polizeiangabe nur durch einen Sprung zur Seite vor einem Zusammenprall mit dem Fluchtwagen retten. Jetzt sucht die Polizei nach Opfern der wilden Jagd. Sie sollen sich bei der Polizei Rhein-Berg melden.

Der Vorfall ereignete sich am Montag gegen 13.45 Uhr. Zivilfahnder entdeckten in Schildgen-Mitte einen schwarzen VW Lupo. Das Fahrzeug kam den Beamten verdächtig vor. Das Koblenzer Kennzeichen "KO SW 195" an dem Pkw war gestohlen, wie sich herausstellte. Die Polizisten versuchten, den Fahrer im Bereich der Altenberger-Dom-Straße und der Leverkusener Straße mit Stoppzeichen zum Anhalten zu bringen.

Frische Unfallspuren sind kleine Belege für die rücksichtslose Fahrweise der Verfolgten. FOTO: miserius uwe

Vergeblich. Der Fahrer gab Gas und flüchtete in Richtung Waldsiedlung. Da half auch der Einsatz von Blaulicht nichts, berichtete die Polizei gestern.

In Schildgen am Starenweg, kurz vor der Stadtgrenze zu Leverkusen, überholte der Flüchtende so riskant, "dass der Gegenverkehr mehrmals abbremsen und ausweichen musste", protokollierten die Polizisten. Die Verfolgungsjagd ging weiter durch den Wald, an der Grundschule vorbei, in Richtung Schlebusch. Der verfolgte Fahrer bog dann in das Wohngebiet Am Scherfenbrand ab.

Dort gilt lange Tempo 10. Der Lupo-Fahrer war weiter viel zu schnell unterwegs, der Mann beschleunigte sogar noch mehr, "die Fahrmanöver wurden immer waghalsiger", so die Polizisten. Als der Raser schließlich die Mülheimer Straße erreichte, "verloren die Beamten den Sichtkontakt", meldete gestern die Polizei. Vermutlich brachen die Fahnder bewusst die Verfolgung ab, um die Gefahr für Unbeteiligte zu reduzieren.

Gegen 14.20 Uhr entdeckten Polizeistreifen den Tatwagen leer auf einem Parkplatz an der Morsbroicher Straße und Martin-Luther-Straße (Marktplatz). Im Fahrzeug fanden die Fahnder gestohlene GL-Kennzeichen, dazu ein Mountainbike im Kofferraum, Pfefferspray, einen Elektroschocker und schwarze Handschuhe. Der Lupo war seit Mitte Oktober abgemeldet. Er hatte frische Unfallschäden. Bekannt ist, dass mindestens zwei Fahrradfahrer und ein Fußgänger erheblich gefährdet wurden, schrieb die Polizei gestern. Sie sucht nun weitere Opfer der Fluchtfahrt.

Die Polizei RheinBerg bittet um Hinweise zu dem Fahrzeug und seinem Fahrer unter der Telefonnummer 02202 205-0.

Quelle: RP
 
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