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Mönchengladbach
Arundos-Quintett begeisterte mit Kammermusik im Schloss Rheydt

Mönchengladbach: Arundos-Quintett begeisterte mit Kammermusik im Schloss Rheydt
Best of NRW Tour 2016: Das Arundos-Quintett gastierte im Rittersaal des Museums Rheydt. Die Musiker überzeugten ihre Zuhörer. FOTO: KN
Mönchengladbach. Für ihre frische Interpretation wurden die fünf jungen Musiker schon mit einigen Preisen belohnt. Von Heide Oehmen

Am achten Abend ihrer zwölf Konzerte umfassenden "Best of NRW Tour 2016" machte das "Arundos-Quintett" im Schloss Rheydt Station. Das Quintett, das seinen Namen von den Arundos-Klarinettenblättern - das sind besondere Mundstücke für diese Instrumente - herleitet, besteht aus der Flötistin Anna Saha, dem Oboisten Yoshihiko Shimo, der Klarinettistin Christine Stemmler, dem Hornisten David Barreda und der Fagottistin Anna Vogelsänger. Die fünf Instrumentalisten - alle um die 30 Jahre jung, an verschiedenen Hochschulen ausgebildet und mit reicher Orchestererfahrung- lernten sich 2013 kennen und betreiben seitdem auch intensiv die von ihnen heiß geliebte Kammermusik, was bereits mit zahlreichen Preisen honoriert wurde. Ihr technisch makelloses Spiel ist geprägt von mitreißender Frische, sorgfältigem Aufeinanderhören und dem Bestreben, niemals ungebührlich im Vordergrund zu stehen.

Mit dem allerersten Werk, das die fünf seinerzeit erarbeiteten, begann das vielfältige Programm im voll besetzten Rittersaal: dem Andante F-Dur "für eine Walze in eine kleine Orgel" KV616 von Wolfgang Amadeus Mozart (für Bläserquintett bearbeitet von Ulf-Guido Schäfer). Bereits hier erlebten die Zuhörer, mit welcher Sorgfalt und Liebe zum Detail die jungen Musiker zu Werke gehen. Das belegte auch das folgende Bläserquintett g-Moll op.56 Nr.2 des Mozart-Verehrers Franz Danzi (1763-1826). In den "Trois pièces brèves" von Jacques Ibert (1890-1962) konnten die Instrumentalisten nachdrücklich unter Beweis stellen, was an technischem Vermögen in ihnen steckt.

Als besonders anspruchsvoll erschienen die "Sechs Bagatellen" von György Ligeti (1923-2006), eins der wenigen Werke, die der ungarische Komponist 1956 bei seiner Flucht aus Budapest mitnehmen konnte. Einflüsse Igor Strawinskys und Bélá Bartoks stehen neben folkloristischen Elementen, prägnante rhythmische Akzente, komplizierte Taktwechsel und extreme dynamische Kontraste forderten die Interpreten aufs Äußerste.

Mit Carl Nielsens (1865-1931) Quintett op.43 beendete das Arundos-Quintett sein Konzert - einem Werk, dem der dänische Tonsetzer, der diese Instrumente als das "natürlichste Instrumentarium" bezeichnete, hörbar seine ganze kompositorische Liebe schenkte. Davon zeugt vor allem der auf einem Choral gründende abschließende schöne Variationssatz, den die Bläser mit großer Einfühlsamkeit ausmusizierten. Nicht vergessen sei die Klarinettistin, die zwischen den Vorträgen sehr charmant die knappe, informative Moderation besorgte.

Für den überreichen Applaus dankten die freundlichen Gäste mit einem reich variierten Thema aus George Bizets Oper "Carmen".

Quelle: RP
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