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Mönchengladbach
Aunde forciert besseres Miteinander bei Ausbildung

Mönchengladbach: Aunde forciert besseres Miteinander bei Ausbildung
Rolf Königs (r.), Geschäftsführer von Aunde, hatte zu einer großen Runde in seinem Unternehmen geladen. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Es war die ganz große Runde, die Rolf Königs, Chef von Aunde, auf seinem Werksgelände versammelt hatte: Wirtschaftsförderung, Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer, die lokale Presse. Es war aber auch eine ganz große Frage, die zur Diskussion stand: Wie können alle Beteiligten noch mehr an einem Strang ziehen, um das Thema Ausbildung zu forcieren, speziell im Bereich der Industrie? Von Jan Schnettler

Zunächst führte Königs aus, dass innerhalb der Aunde-Gruppe seit 1980 bundesweit 1810 Facharbeiter ausgebildet worden sind, am Standort Mönchengladbach 467. Bis 2020 sollen vor Ort jährlich mindestens 16 und bis zu 20 weitere dazukommen. "Ab 2018, wenn die Textilakademie startet, kommen auch wieder die Berufsbilder Produktgestalter Textil und Textillaborant hinzu", sagte Königs. Überhaupt biete die Hochschule Niederrhein mit 2050 Studierenden im Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik einen europaweit einzigartigen Fundus an potenziellen Nachwuchskräften.

Auf die Textilakademie und duale Ausbildung setzen auch Wirtschaftsförderer Ulrich Schückhaus und Angela Schoofs, Chefin der Arbeitsagentur, große Hoffnungen - Stichwort Akademisierungswahn. "Unser Problem ist es, an die klugen Köpfe zu kommen, wenn alle Welt studieren will", so Schoofs. "Dieser Campusgedanke kann helfen, das Thema Ausbildung wieder sexy zu machen." Sie führte aus, dass der demografische Wandel alleine mit Zuwanderung nicht kompensiert werden könne. "Die Frage, die sich uns stellt, ist: Welche Menschen brauchen sie?", sagte Schoofs in Richtung Königs. "Den Alleskönner", erwiderte Königs - und führte das Beispiel Schweiz an. Dort gebe es im Textilbereich nur noch ein Berufsbild, den Textiltechnologen. "Die Ausbildung perfektionieren und die Berufsbilder straffen: Das ist der Weg, den wir einschlagen müssen." Es gebe schlichtweg zu viele Lehrberufe. "Bei Aunde gibt es nur drei Lohngruppen, und die Alleskönner verdienen am besten." Als Industriebetrieb sei man auf junge Menschen angewiesen, die analytisch denken und auch so arbeiten können. Wie sich die Arbeit alleine in den letzten Jahren verändert hat, seitdem er bei Aunde die Produktion leitet, erläuterte Norbert Hamacher: "Damals hatten wir alte Maschinen, heute arbeiten wir mit Industrie 4.0." Die Branche, so Schückhaus, habe den Umschwung also geschafft: "Aber das Personalmarketing muss hinterherkommen." Also noch mehr als bisher aufzeigen, wie zukunftsträchtig und modern die Jobs in der Industrie heute sind.

Dabei wollen alle Teilnehmer des Termins bei Aunde künftig noch mehr achten. Kontakte wurden intensiviert, Visitenkarten getauscht, Ansprechpartner vermittelt. "Betrachten wir es als Kick-off für eine Ausbildungsinitiative", so Königs.

Quelle: RP
 
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