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Mönchengladbach
Borussen-Präsident und Opernfreund

Mönchengladbach. Er hat einst gegen Jupp Heynckes gekickt: mit der A-Jugend des CfR Hardt gegen Grün-Weiß Holt: "Er war da schon sensationell." Für Borussia hatte Wilfried Jacobs dann aber wenig Zeit. Erst 1995 wurde er Mitglied des Bundesliga-Vereins - und dann 1997 gleich Vorsitzender des ersten Aufsichtsrats. Als nach einem großen Krach mit Manager Rolf Rüssmann Präsident Karl-Heinz Drygalsky zurücktrat, wurde Jacobs dessen Nachfolger. Für zwei Jahre, bis die Doppel-Belastung als AOK-Chef mit 60 Arbeitsstunden pro Woche und 30 für Borussia zuviel wurde und er am 8. September 1999 zurücktrat, nach Abstieg und Fehlstart in der Zweiten Liga.

"Er hat aufopferungsvoll für Borussia geschuftet, musste am Ende aber alles fast alleine machen", sagte Dr. Adalbert Jordan, Vizepräsident von Jacobs und dann dessen Nachfolger. Dass Wilfried Jacobs Borussia in höchster Not einen Zehn-Millionen-Mark-Kredit besorgte und Trainer Hans Meyer als sportlichen Retter holte, waren seine letzten Taten für Borussia. Sie ermöglichten es dem neuen Präsidium mit Dr. Jordan, Rolf Königs und Siegfried Söllner den Gesundungsprozess einzuleiten. "Rolf Königs ist für Borussia ein Juwel, der Verein ist heute neben dem FC Bayern und vielleicht Dortmund der bestgeführte der Bundesliga", sagt Jacobs. "Aber man darf den 2004 verstorbenen Adalbert Jordan nicht vergessen, der mit dem neuen Stadion die Einnahmemöglichkeiten verbreitert hat", sagt Jacobs.

Der gebürtige Hardter lebt seit 1982 in Korschenbroich, fühlt sich aber auch noch als Gladbacher - wo er 1971 übrigens Karnevalsprinz war - überredet bei einem Krankenhausaufenthalt in Neuwerk vom Zimmernachbarn. Beide Städte dürfen sich über zwei vorbildliche Reha-Häuser freuen, die auf Jacobs' Initiative gebaut wurden: die Niederrheinklinik in Korschenbroich, 1997 eröffnet, und nun seit 2014 der Herzpark Hardterwald, "über NRW hinaus vorbildlich".

Und nun gibt es seit einem Jahr ein Projekt in Liedberg, das nichts mit Medizin zu tun hat, aber von Wilfried Jacobs "erfunden" und verwirklicht worden ist: Oper auf dem Land. Jacobs ist seit Jahrzehnten Opernfan, reist für eine besondere Aufführung schon mal nach Mailand oder Wien. Im mit 120 begeisterten Zuhörern ausverkauften Saal des Alten Brauhaus am Liedberger Marktplatz sangen nun Stars der Bonner Oper Arien aus Verdis La Traviata. "Ich bin fasziniert von der Idee", sagte Ex-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die bei der Premiere dabei war. Der nächste Opernabend in Liedberg ist am 8. November.

(oes)
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