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Serie Mäuse, Moos Und Mehr (1/6)
Dem Niedrigzins ein Schnippchen schlagen

Serie Mäuse, Moos Und Mehr (1/6): Dem Niedrigzins ein Schnippchen schlagen
Am Beispiel von Martin Luther zeigen wir in der ersten Folge der neuen Serie mit der Stadtsparkasse, welchen Einfluss der gegenwärtige Niedrigzins auf die Vermögensentwicklung auswirkt. FOTO: epd, dpa
Mönchengladbach. So viele Klassen und Schüler wie noch nie sind bei der gemeinsamen Schulreihe von Stadtsparkasse und RP dabei. In einer Serie erklären wir den Schülern in den kommenden Wochen Wirtschaftsthemen. Zum Auftakt geht es heute ums Sparen. Von Angela Rietdorf

Hätte Martin Luther vor 500 Jahren 100 Euro mit einer dreiprozentigen Verzinsung angelegt, dann könnten seine Nachkommen heute über stattliche 262.190.000 Euro verfügen. Wenn er nur ein Prozent Zinsen hätte vereinbaren können, wären die hundert Euro nur auf 14.477 Euro angewachsen. Und bei 0,1 Prozent Verzinsung kämen auch nach 500 Jahren nur mickrige 164,83 Euro heraus. Derart historisch niedrige Zinsen, wie wir sie gerade haben, sind also dem Aufbau von Vermögen durchs Sparen nicht gerade förderlich, selbst wenn man sagenhafte 500 Jahre Zeit hätte. Was also tun, wenn man sparen möchte, um sich Wünsche zu erfüllen oder im Alter abgesichert zu sein?

Das Geld einfach auf dem Girokonto liegen zu lassen ist die unrentabelste aller Möglichkeiten, da es dort zurzeit nicht verzinst wird. "Außerdem gibt man es schnell aus, wenn es auf dem Konto verfügbar ist", weiß Matthias Heitzer von der Stadtsparkasse Mönchengladbach. Er rät dazu, erst einmal ein Sparziel festzulegen. Junge Leute sparen oft für die Urlaubsreise, das neue Smartphone oder Tablet. Weiß man, wofür man spart, legt man den Betrag fest: zehn Euro, fünfzig oder hundert Euro, je nachdem, wie viel man übrig hat und was man erreichen möchte. Die Sparquote liegt in Deutschland bei knapp zehn Prozent, das heißt, die Deutschen legen im Durchschnitt jeden zehnten Euro ihres Einkommens zurück. Das ist im weltweiten Vergleich ein recht hoher Wert.

Und dann heißt es, eine passende Sparform zu wählen, um dem Niedrigzins ein Schnippchen schlagen zu können. Über das gute alte Sparbuch hinaus gibt es eine ebenso sichere, dafür aber heute deutlich lukrativere Art zu sparen: das Prämiensparen. Dabei zahlt man monatlich eine feste Summe auf einen Sparvertrag ein. Das können zehn Euro sein oder auch hundert. Die angesparte Summe wird nicht nur verzinst, sondern die Bank legt auch noch eine Prämie drauf. Bei einer Sparleistung von 1.200 Euro im Jahr gibt´s im dritten Jahr 12 Euro Prämie zu den Zinsen hinzu, im zehnten Jahr 120 Euro, also zehn Prozent. Ändert sich etwas in der Lebensplanung, dann kann man nach dem ersten Jahr auch an das angesparte Geld heran. Diese Flexibilität ist gerade für junge Menschen wichtig.

Eine andere Möglichkeit ist das Wertpapiersparen. "Das empfehlen wir für längerfristiges Sparen", sagt Sparkassenexperte Matthias Heitzer. Beim aktuell niedrigen Zinsniveau ist es sinnvoll, mit einem Teil des Vermögens Erträge mit Sachanlagen zu erwirtschaften. Zwar lässt sich die zukünftige Entwicklung auf dem Aktienmarkt nicht mit Blick auf die Vergangenheit vorhersagen, aber im langjährigen Durchschnitt bringt der Aktienmarkt positive Erträge. Wichtig ist es, hier die Beratung durch Fachleute bei Banken und Sparkassen zu suchen. "Ein Berater ermittelt erst einmal das persönliche Profil und die Risikobereitschaft", erklärt Heitzer. Nur so können die Lösungen herausgefunden werden, die zum einzelnen Kunden passen. Das ratierliche Fondssparen beispielsweise ist eine sinnvolle Sparform. Dadurch, dass monatlich kleinere Summen in Aktien angelegt werden, sinkt der Durchschnittskaufpreis. Anders als bei einem einmaligen Kauf mit einer größeren Summe gleichen sich hier hohe und günstigere Kurse wieder aus.

Also: Sparen, um die eigenen Ziele zu erreichen, lohnt sich immer noch. Man muss nur wissen, wie.

"Mäuse, Moos und mehr" ist eine Kooperation von Rheinischer Post und Stadtsparkasse Mönchengladbach.

Quelle: RP
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