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Mönchengladbach
Die Bahn saniert den Hauptbahnhof von innen

Mönchengladbach: Die Bahn saniert den Hauptbahnhof von innen
Blick in den Hauptbahnhof: An den Türen, den Säulen im Eingangsbereich und dem Bodenbelag wird derzeit gearbeitet. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Für 1,1 Millionen Euro wird das Empfangsgebäude auf den neuesten Stand gebracht. Zunächst liegt der Fokus auf dem Fußboden. 2016 soll die Sanierung dann nach sieben Jahren abgeschlossen werden. Von Jan Schnettler

Groß war die Aufregung, als 2013 bekannt wurde, dass die Deutsche Bahn den letzten Bauabschnitt der Sanierung des Gladbacher Hauptbahnhofs um zwei Jahre verschieben würde - von 2014 auf 2016, offenbar aufgrund von Budgetproblemen. Der damalige Oberbürgermeister Norbert Bude war seinerzeit "richtig verärgert" und kündigte ein Schreiben an den Bahnvorstand an. Denn zu oft waren die Arbeiten da schon aufgeschoben worden: Ursprünglich hätte schon zur Hockey-Weltmeisterschaft 2006 alles fertig sein sollen, dann zur Frauenfußball-WM im Jahr 2011.

Doch nun wird bereits seit Jahresbeginn gearbeitet - 2015, nicht 2016, wohlgemerkt. Wer dieser Tage durch das Bahnhofsgebäude läuft, sieht herausgerissenen Fußboden, ausgehängte beziehungsweise fehlende Eingangstüren, bis auf die Grundmauern entkernte Wandflächen sowie großflächig abgesperrte Bereiche. Der neue Mieter Albert Heijn to go kann deswegen einen seiner beiden Eingänge bis Herbst nicht nutzen. "Aus Kapazitätsgründen - und um den Bauablauf zu optimieren - wurden die Gesamtmaßnahmen in zwei Bauabschnitte aufgeteilt", teilt ein Bahnsprecher auf Anfrage mit. "Anfang 2015 wurde mit den Bodenarbeiten im Empfangsgebäude begonnen. Die Arbeiten sollen im Herbst 2015 beendet sein." Alle Arbeiten sollen denkmalgerecht ausgeführt werden. Anfang kommenden Jahres werde dann mit den Arbeiten an Fenstern, Fassade, Dächern und an der Decke innerhalb der Halle begonnen. "Für die Arbeiten sind insgesamt 1,1 Millionen Euro veranschlagt", sagt der Sprecher weiter.

Für die Deutsche Bahn ist Mönchengladbach mit seinen 26 800 Bahnreisenden pro Tag einer von bundesweit 87 Bahnhöfen der Kategorie 2 (von 7). "Alle wichtigen Funktionen und Dienstleistungen rund um die Bahnreise sind vorhanden und eine Betreuung der Reisenden in den Hauptverkehrszeiten durch unsere Mitarbeiter ist gewährleistet. Ausstattung und Service haben ein ähnlich hohes Niveau wie an Bahnhöfen der Kategorie 1", heißt es in der Kategorien-Klassifizierung der Bahn.

Und das schlägt sich vor Ort durchaus nieder: Die Geschäfte im Hauptbahnhof sind mittlerweile attraktiv und in modernem Design gehalten, lediglich ein einzelnes Ladenlokal steht derzeit leer; der noch zu findende Mieter darf nicht aus dem Bereich Lebensmittel kommen. Auch hat die Bahn in den vergangenen beiden Bauabschnitten bereits mehr als fünf Millionen Euro in die Sanierung des 1851 eingeweihten und seit 1991 denkmalgeschützten Gebäudes gesteckt. So gab es umfassende Brandschutzertüchtigungen, eine Zwischendecke wurde entfernt, Aufzüge, Bahnsteige, Beleuchtung, Personenunterführung und die Fahrgastinformationsanlage ließ die Bahn modernisieren.

Bleibt nur noch das Empfangsgebäude, und das ist jetzt angepackt worden. Kehrseite der Medaille: Wenn in den kommenden Monaten etliche Fernverbindungen über Mönchengladbach umgeleitet werden (unter anderem der ICE von Frankfurt nach Amsterdam), weil zwischen Emmerich und Oberhausen beziehungsweise ab Ende Juni zwischen Köln und Aachen gebaut wird, werden Reisende, die hier ein- oder aussteigen, noch durch die Baustelle laufen müssen.

Quelle: RP
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