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Serie Gladbachs Gewässer (1)
Ein Fluss lebt wieder auf

Serie Gladbachs Gewässer (1): Ein Fluss lebt wieder auf
Mönchengladbachs größtes Gewässer ist die Niers, die auf mehr als 20 Kilometern das Stadtgebiet durchfließt. FOTO: Angela Rietdorf
Mönchengladbach. Flankierend zur Serie "Rheinliebe", die in den Ferien immer dienstags und donnerstags im Lokalteil erscheint, stellen wir Ihnen auch die Flüsse und Bäche Mönchengladbachs vor. Los geht es mit der Niers. Von Angela Rietdorf

Mönchengladbach war einmal eine Stadt des Wassers: Nicht nur die Niers floss durch das Stadtgebiet, überall plätscherten Bäche durch die Stadtzentren und Ortsteile. Viele, sehr viele davon sind inzwischen verschwunden, verrohrt, kanalisiert. Aber das Wasser kehrt zurück in die Stadt.

Fluss und Bäche werden renaturiert, erhalten ihr natürliches Bett zurück und lassen die niederrheinische Landschaft, die jahrhundertelang das Erscheinungsbild Mönchengladbachs prägte, wieder sichtbar und erlebbar werden. Die RP macht sich auf eine Sommerreise zu den offenen und versteckten Quellen und Gewässern der Stadt.

Mönchengladbachs größtes Gewässer ist natürlich die Niers, die auf mehr als 20 Kilometern das Stadtgebiet durchfließt. Leider wurde in der Vergangenheit nicht immer pfleglich mit dem Fluss umgegangen: Er wurde begradigt und teilweise in ein Betonbett gepresst - die Niers hatte lange Zeit den Charme eines Kanals. Aber das hat sich in den letzten Jahren geändert und ändert sich weiter.

Zwischen Wickrathberg und Wickrath lässt sich die sich schlängelnde Niers wieder in einer typischen Auenlandschaft erleben. Kopfweiden prägen das Bild. Der Fluss windet sich in kleinen Schleifen. Das Wasser ist klar und kühl, die Sonne glitzert auf der Oberfläche. Schmetterlinge und Libellen tanzen über dem Wasser. Kühe stehen auf den angrenzenden Weiden, auf einer Anhöhe erheben sich die Häuser von Wickrathberg.

Nicht umsonst haben sich die Wickrathberger früher auf einer Erhebung angesiedelt: Die Niers trat damals häufiger über die Ufer - da war es sinnvoll, hoch zu wohnen und rings um den Fluss die Auenlandschaft bestehen zu lassen. Auch heute ist diese Landschaft wieder dazu da, Hochwasser aufzunehmen. Die Renaturierung der Niers auf der Strecke zwischen Wickrathberg und Wickrath dient nicht nur dazu, ein ökologisch wertvolles Naherholungsgebiet zu schaffen. Das ist ein erwünschter Nebeneffekt. Es geht auch und in erster Linie um Hochwasserschutz. Die sich schlängelnde Niers fließt langsamer und die angrenzenden Feuchtgebiete können bei Starkregen Wasser speichern. Das freut die Mönchengladbacher, bei denen das Wasser nicht in die Keller läuft. Aber es freut auch die Spaziergänger und Radfahrer, die den Weg neben der Niers gern nutzen.

Und tatsächlich gehört eine Radtour entlang der Niers zu den schönsten Möglichkeiten, Mönchengladbachs grüne und feuchte Seite kennenzulernen: durch die Auenlandschaft am Schlossbad Niederrhein vorbei bis Schloss Wickrath mit seinen blühenden Parkanlagen, durch den Wetscheweller und Güdderather Bruch, dann durch den Beller-Mühle-Park, wo die Odenkirchener früher in der Niers baden konnten.

Im Bresgespark, wo die Niers heute noch durch Wehre behindert wird und eher steht als fließt, ist das nächste Renaturierungsprojekt geplant. Zwischen Römerstraße und Zoppenbroich soll die Niers umgebaut und ihr Lauf dadurch mehr als doppelt so lang werden.

Aus 1,1 Kilometer Flusslauf werden dann 2,3 Kilometer, weil dem jetzt eingesperrten Fluss wieder erlaubt wird, sich zu schlängeln und zu winden. Einen weiteren Höhepunkt auf dem Weg des Flusses durch Mönchengladbacher Gebiet bildet dann Schloss Rheydt, das wunderschöne Renaissance-Wasserschloss mit seinen sehenswerten musealen Sammlungen.

Und wer dann noch nicht genug Schlösser gesehen hat, kann noch bis Schloss Myllendonk weiterfahren, das zwar nicht mehr auf Mönchengladbacher Stadtgebiet, aber jedenfalls an der Niers liegt. Mönchengladbachs größtes Gewässer hat viel für Freizeit, Erholung und Kultur zu bieten.

Wie gut, dass es auch wieder den Charme eines Flusses bekommt.

Quelle: RP
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