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Mönchengladbach
Neues jeckes Motto: "Gladbach blüht auf"

Mönchengladbach: Neues jeckes Motto: "Gladbach blüht auf"
Diese Fußgruppe war Veilchendienstag als Sonne verkleidet. Die Kostüme ließen sich für nächstes Jahr gut zu Blumen recyceln. FOTO: Jana Bauch
Mönchengladbach. Nach dem Karneval ist vor dem Karneval. Deshalb haben die Narren bereits die nächste Session im Blick. Die soll unter einem blumigen Titel stehen. Die Idee stammt vom Karikaturisten Nik Ebert - und kommt bereits gut an. Von Denisa Richters

Zum Karneval gehört auch ein Motto. Es ist quasi der Leitfaden für die Kostüme beim Veilchendienstagszug und den Sitzungen, für die Gestaltung der Orden und die Dekoration der Säle. Es löste schon herzige Körpernähe zwischen den Narren aus ("Gladbach umarmt die Welt", 2017), führte zu prominenten oder absurden Paarungen ("Immer zu zweit - Halt Pohl und All Rheydt!", 2018).

In der kommenden Session wird es fröhlich und kunterbunt: "Gladbach blüht auf" ist der Vorschlag, der führende Karnevalisten in Mönchengladbach begeistert. Darüber wird noch in einer Klausurtagung beraten. Doch bereits jetzt sorgt der blumige Satz für beschwingte Laune.

"Das passt sehr gut, weil es in unserer Stadt eine allgemeine Aufbruchstimmung gibt, die sich im Motto widerspiegelt", sagt Bernd Gothe, Chef des Mönchengladbacher Karnevalsverbands (MKV). Das sehen auch viele andere so. Man darf also gespannt sein, wie viele Veilchen am Veilchendienstag im Zug mitziehen.

Die Idee stammt auch diesmal von dem RP-Karikaturisten Nik Ebert. "Mönchengladbach hatte schon fast alle überdimensionierten Anmaßungen als Motto", sagt Ebert und verrät in diesem Kontext exklusiv für unsere Leser sein Motto-Findungs-Rezept: "Zwei gehäufte Esslöffel Selbst-Bewusstsein, gemischt mit einer großen Kelle Selbstironie." Fertig sei das "bekömmliche Kraftfutter für eine große Stadt mit närrischem Anspruch".

"Gladbach blüht auf" - und es blüht in Gladbach. Sogar inmitten von Asphalt - wie hier am Kreisverkehr Nordstraße/Brucknerallee. FOTO: Detlef Ilgner

Konsequenterweise folgt in der Serie der Extrem-Mottos "Gladbach blüht auf". Keine "Fake News", versichert der Satiriker. In manchem Ohr klinge der Spruch noch wie ein frommer Wunsch. "Vieles ist bestenfalls im Knospenstadium - nicht alles gelingt", sagt Ebert.

Der Weg zur vollen Blüte sei eben mühsam - und das Handeln mancher Verantwortlicher provoziere eben die ironische Betrachtung. Viel Stoff also für den Karikaturisten. Der liebt seine Stadt, weil sie eben so besonders ist: "Wo es zwei (vergammelnde) Hauptbahnhöfe gibt und zwei gewachsene Zentren, wo der gemeinschaftliche Rosenmontagszug am Dienstag stattfindet und Baumstümpfe von den Begrünungsplänen der Stadt zeugen - da gehört Selbstironie zur Überlebensstrategie."

Ebert ist aber fest davon überzeugt, dass ein Karnevalsmotto zur "selbsterfüllenden Prophezeiung" werden und motivierend über die Session hinaus wirken kann. "Ich freue mich schon wahnsinnig auf die vielen, vielen Blümchen, Schmetterlinge und Bienchen, die unsere Stadt anlockt. Zumindest als Fußgruppen im Veilchendienstagszug!"

Davon ist Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners überzeugt. Er freut sich über den Sessionstitel, der das Zeug zu einem Image-Slogan für Mönchengladbach hat: "Der ist wirklich klasse!" Er habe sofort Bilder vor Augen - von Blumen, Farben, lebendigen Szenen. "Das passt alles zur guten Stimmung in unserer Stadt." Als welche Blume er sich selbst vorstellen könnte? "Tulpe", antwortet der Stadtchef spontan.

Sein Amtsvorgänger Norbert Bude, Vorsitzender der Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach, wählt für sich ganz klassisch und mit einem Schuss Selbstironie die Rose: "Schön und stachelig gleichermaßen." Das Motto findet er gelungen. "Sehr nett, es greift gut die Entwicklung der vergangenen Jahre in Mönchengladbach auf." Zudem lasse sich das Motto bei Kostümen und Dekorationen wunderbar umsetzen.

Auch wenn es in der blumigen Session nicht mehr im Amt sein wird, zeigt sich das Prinzenpaar begeistert: "Das Motto ist sehr, sehr schön, damit kann man viel machen", sagt Niersia Verena Gauls. Ihr Prinz Guido Gauls freut sich auch auf die "blumenreichen Karnevalsorden".

Außerdem sieht er als Ur-Rheydter gleich die Verbindung zum traditionellen Blumenkorso. Welche Blumenrolle seine wäre? "Die der Sonnenblume", sagt der Prinz. Die sei farbenprächtig, groß und stehe für viel Sonne. Die Wahl der Niersia: "Ich wäre eine Hortensie."

Das sei ihre absolute Lieblingsblume: "Die blüht früh, lange und kommt jedes Jahr wieder." Dieter Beines, Präsident der Großen Rheydter Prinzengarde, wählt die Nelke ("Fletten, wie der Rheydter sagt") ebenfalls seine Lieblingsblume. Mit dem Motto ist er "sehr zufrieden", weil es auch ihn an den Blumenkorso erinnert und das einstige Stadtmotto "Blühendes schaffendes Rheydt".

Bleibt noch eine Frage offen: Welche Blume wäre der Motto-Geber am liebsten? "Ein blaues Stiefmütterchen", verrät Nik Ebert. "Oder ein gelbes. Am besten beides."

Quelle: RP
 
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