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Mönchengladbach
Messerstecherin (15) trat mit Pierre Vogel auf

Mönchengladbach: Messerstecherin (15) trat mit Pierre Vogel auf
Der radikale Prediger Pierre Vogel kam häufig nach Mönchengladbach, um seine Glaubensbrüder zu unterstützen. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Die junge Frau, die in Hannover einen Bundespolizisten niedergestochen haben soll, ist im Internet in Videos mit dem radikalen Prediger zu sehen. Von Gabi Peters

"Was ist nur aus der kleinen niedlichen Safia S. geworden, was ist mit ihr passiert?" Auf der Facebookseite des salafistischen Predigers Pierre Vogel wird diese Frage zurzeit heftig diskutiert. Safia S. ist die 15-Jährige, die am Hauptbahnhof Hannover einen Bundespolizisten niedergestochen haben soll, als dieser sie kontrollieren wollte. Und genau dieses Mädchen soll vor einigen Jahren mehrfach mit dem radikalen, islamistischen Prediger Vogel aufgetreten sein, der damals die salafistische Szene in Mönchengladbach beim Vorhaben unterstützte, in Eicken eine Islamschule aufzubauen.

Im Internet kursieren mehrere Videos, die das Mädchen - damals im Grundschulalter - mit Pierre Vogel zeigen. Das Kind berichtet, dass sie jetzt auch in der Schule Kopftuch trage und sich später mehr verschleiern wolle. Es liest aus dem Koran vor und wird dafür von Pierre Vogel gelobt: "Wir sind stolz auf dich." Dass das Mädchen heute möglicherweise eine IS-Sympathisantin sei, habe nichts mit ihrem Kontakt zu Pierre Vogel zu tun, heißt es auf der Facebookseite. Der Prediger habe das Mädchen schon jahrelang nicht mehr gesehen.

"Safia S. ist das Opfer radikaler Strömungen, die mit Hilfe des Verfassungsschutzes, der Medien und zuletzt der Moschee-Gemeinden Einfluss nehmen konnten", schreibt Thomas Göcke, langjähriger Wegbegleiter Pierre Vogels. Und: "Dank der Medien, Behörden und Moschee-Vorstände, die uns den Zugang in den Moscheen verwehrt haben, können radikale Strömungen leicht ihren Einfluss auf die islamische Jugend ausbauen. Wir stellen den einzigen Gegenstrom dar und werden daran gehindert, die islamische Jugend zur Vernunft und Frieden aufzurufen." Auch die Schließung der Moschee in Mönchengladbach sei ein Grund dafür, dass mehr Menschen sich radikalisiert hätten, heißt es an anderer Stelle.

Pierre Vogel sowie Anhänger des mittlerweile aufgelösten salafistischen Vereins "Einladung zum Paradies" hatten sich im Jahr 2010 mehrfach auf dem Eickener Markt zum Gebet getroffen, nachdem die Stadt ihre Moschee versiegeln ließ. Der Grund: Die Gebetsräume, in denen sich früher ein Laden befand, wurden widerrechtlich als Versammlungsstätte genutzt. Dafür gab es keine Genehmigung.

Über 180.000 Euro hatte der Verein seinerzeit an Spenden für den Moscheeumbau und die Islamschule gesammelt. Doch aus den Plänen wurde nichts. Der Verein "Einladung zum Paradies" wurde 2011 offiziell aufgelöst - wahrscheinlich wollten die Salafisten damit einem Verbot zuvorkommen.

Quelle: RP
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