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Mönchengladbach
Ermittlungskommission "Republik" gegen Drogenhandel

Mönchengladbach: Ermittlungskommission "Republik" gegen Drogenhandel
Der Platz der Republik ist laut Polizeiangaben ein beliebter Platz für Drogenhandel. FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Laut Polizeiangaben wird am Platz der Republik seit mehreren Monaten vermehrt mit Drogen gedealt. Nun wurde die Ermittlungskommission "Republik" gegründet. 

Wie die Polizei mitteilte, vertreibt eine vielköpfigen Gruppierung von jungen Schwarzafrikanern, die im Bereich von unterer Hindenburgstraße, Hauptbahnhof und vorwiegend am Platz der Republik vermehrt Handel mit Marihuana. Potentielle Kunden werden offen angesprochen, der Handel läuft direkt auf der Straße ab.

Nach jetzigen Erkenntnissen kann bei der Gruppierung, die aus Jugendlichen und Heranwachsenden besteht, von einer bandenmäßigen Struktur gesprochen werden, mit Lieferanten, Verteilern und Straßenverkäufern.

Zur effektiven Verfolgung der begangenen Straftaten und, um den Straßenverkauf möglichst zu unterbinden, wurde die Ermittlungskommission "Republik" eingerichtet.

Diese Ermittlungskommission besteht seit Mitte Mai dieses Jahres. Seitdem gibt es tägliche Kontrollen, wobei es bereits eine Vielzahl von vorläufigen Festnahmen gab. Acht der im Laufe der Zeit Festgenommenen befinden sich bereits auf richterliche Anordnung hin in Untersuchungshaft. Insgesamt wurden bereits über 100 Strafverfahren wegen des Handels mit Betäubungsmitteln eingeleitet. Auch hat die Kommission rund 50 immer wieder als Verkäufer auftretende Tatverdächtige im Visier.

Bei ihrer Arbeit steht die Kommission in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Es findet auch ein reger Erfahrungsaustausch mit der Bundespolizei, dem KOS der Stadt Mönchengladbach und der Leitung der Berufsschule am Platz der Republik statt.

Seit der vorigen Woche erfährt die Ermittlungskommission, die von allen möglichen Dienststellen des Polizeipräsidiums in Uniform und auch Zivil unterstützt wird, zusätzliche Unterstützung durch die Einsatzhundertschaft.

Personell derart gestärkt, gibt es seitdem fast täglich Festnahmen von Tatverdächtigen. Es wurde bereits 17 Strafverfahren eingeleitet und neben 55 Snaptütchen mit Marihuana etliche Handys und auch das vorgefundene so genannte Dealgeld sichergestellt.

Die jüngste Festnahme betrifft einen in Krefeld wohnhaften 21-Jährigen. Er wurde vorgestern Mittag dabei beobachtet, wie er am Platz der Republik Marihuana an zwei 13 und 14 Jahre alte Mädchen abgab. Diese Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige stellt einen Verbrechenstatbestand dar und wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft. Hinzu kommt noch der Umstand, dass der 21-Jährige alleine im April dieses Jahres fünfmal mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz auffiel. Der festgenommene 21-Jährige wird deshalb gestern dem Haftrichter vorgeführt, der für ihn Untersuchungshaft anordnete.

(ots)