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Mönchengladbach
Prozess um blutigen Streit am Alten Markt

Mönchengladbach. Seit gestern muss sich ein Mönchengladbacher (35) wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte vor der 7. Strafkammer des Landgerichts verantworten. Justizwachtmeister brachten den 35-Jährigen aus der Untersuchungshaft in den Schwurgerichtssaal. Von Ingrid Krüger

Zunächst schilderte Ingo Herbort, der Verteidiger des Angeklagten, dessen familiären Hintergrund und den langen Weg des 35-Jährigen aus Marokko nach Deutschland. Mit Hilfe einer Dolmetscherin ging der Anwalt dann auf die Anklage ein. Dazu beantwortete der Marokkaner mit Hilfe der Dolmetscherin Fragen des Gerichts. In der Nacht des 19. Septembers vergangenen Jahres war der Angeklagte in der Altstadt unterwegs. Drogen nehme er seit Jahren nicht, Alkohol, vor allem Bier, manchmal, so der Gladbacher. Am Platz der Republik sei er einer Fünfergruppe begegnet. Ein Mitglied dieser Gruppe, den er für einen Tunesier hielt, habe ihm sein Handy abgenommen.

"Dann haben sie mich geschlagen und mir Tritte auf den Kopf versetzt", behauptete der Angeklagte. Nach einiger Zeit habe er sich wieder aufgerappelt und sei in Richtung Alter Markt weitergelaufen. Aus einem Kiosk hatte er sich weitere Bierflaschen besorgt. Die Frage des staunenden Kammervorsitzenden Lothar Beckers beantwortete der Angeklagte mit dem Hinweis: "Ich wollte den Heimweg verlängern. Meine Lebensgefährtin sollte nichts von meinem Bierkonsum merken". Auf diesem Weg sei er erneut an eine Männergruppe geraten. Ob es dieselbe sei, die ihn zuvor verprügelt hatte, konnte er nicht sagen. Aber ein Mitglied dieser Gruppe habe von ihm 50 Euro gefordert. Dann bekäme er sein Handy zurück. Er habe keine 50 Euro, brauche aber das Handy, soll der 35-Jährige erwidert haben. Es gab wieder eine Auseinandersetzung. Nach Hieben der anderen habe er mit einer Bierflasche zurückgeschlagen,

Ein 20-jähriger Gladbacher und dessen Freundin (18) berichteten in ihrer Zeugenaussage, wie sie damals eine grölende Truppe am Alten Markt sahen. Zwei Männer hätten sich am Boden geprügelt. "Da ist aber viel Blut", bemerkte die 18-Jährige. Die beiden kümmerten sich um das Opfer. "Da ist einer am Hals aufgeschnitten", erkannte das Pärchen. Sie riefen den Notarzt. Der Angeklagte soll es gewesen sein, der damals auf das Opfer mit einer abgebrochenen Glasflasche eingestochen und dabei dessen Halsschlagader verletzt habe. Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: RP
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