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Lokalsport
"Eine brutal schwere Entscheidung"

Lokalsport: "Eine brutal schwere Entscheidung"
Noch hält Ronny Rogawska nicht nur die grüne Karte für die Auszeit, sondern auch die Fäden beim TVK in der Hand. Nach der Saison geht er. FOTO: Michael Jäger/TVK
Handball. Trainer Ronny Rogawska erklärt, warum er den TV Korschenbroich am Saisonende verlässt. Das Team unterliegt Lemgo. Von Georg Amend

Seit einer Woche weiß der TV Korschenbroich, dass er zur neuen Saison einen neuen Trainer benötigt. Nach sechs Jahren verlässt Ronny Rogawska den Klub nach dem Ende dieser Spielzeit in der Dritten Liga. Der Däne hofft, dass er vorher noch den Klassenerhalt feiern kann, doch da sieht es weiter düster aus. Bei der HSG Handball Lemgo II setzte es mit dem 26:31 (14:16) die neunte Niederlage in Folge, der TVK bleibt Vorletzter.

Die prekäre sportliche Lage ist mit ein Grund, warum Rogawska Korschenbroich nach sechs Jahren verlassen wird. "Ich lebe von dem Beruf Handball-Trainer", sagt der Ex-Bundesligatrainer und -spieler und ergänzt: "Aber auf dem Platz, auf dem wir stehen, weiß ich nicht, wie es nächstes Jahr weitergeht, und das kann mir auch vom Verein niemand sagen. Ich muss aber auch ein bisschen an mich und meine Familie denken", sagt der zweifache Vater. "Weil mir keiner eine Garantie für nächste Saison geben konnte, habe ich die Angebote, die ich hatte, mit meiner Familie besprochen und bin zu einer Entscheidung gekommen." Diese heißt laut offizieller Mitteilung des TVK und nach Rogawskas Darstellung HSG Krefeld, die nach dieser Saison ihren aktuellen Trainer Olaf Mast verliert. Der Liga-Konkurrent will die Personalie Rogawska aber noch nicht bestätigen.

Der Coach geht indes davon aus, dass man zusammenfinden wird. Vergangenen Montag hatte er seinen Entschluss seiner Mannschaft mitgeteilt. "Die Jungs haben das vernünftig aufgenommen", sagt Rogawska, der erst in zwei anderen Vereinen - HMH Maribo und HSG Düsseldorf - als Spieler und Trainer tätig war. Der 48-Jährige ergänzt: "Es war für mich eine brutal schwere Entscheidung. Der Verein liegt mir am Herzen. Und das sage ich nicht einfach so. Ich war jetzt sechs Jahre hier."

In dieser Zeit wuchs sein Aufgabenfeld stetig, vom Trainer der Ersten Mannschaft wurde er auch noch Trainer der Reserve und Koordinator im Jugendbereich, wo es erst vor wenigen Monaten ein wenig Entlastung gab. Die finanzielle Entwicklung beim TVK ist seit dem Zweitliga-Abstieg rückläufig, Geschäftsführer Peter Irmen sprach zuletzt davon, man bewege sich "finanziell in einem sehr engen Rahmen". Die Aussichten in Korschenbroich sind also wirtschaftlich, sportlich und personell nicht sehr rosig.

In Lemgo hätte das Kellerkind zumindest einen dieser Parameter freundlicher gestalten können, doch wurde es erneut nichts mit Zählbarem. In der ersten Halbzeit war es ein enges Spiel mit wechselnden Führungen, auch direkt nach der Pause blieb der TVK dran. So erzielte der mit acht Treffern erneut beste Torschütze Julian Mumme den 20:20-Ausgleich (37. Minute). Nach Nicolai Zidorns Treffer zum 23:25 (45.) gelang dem TVK aber sieben Minuten lang kein Tor mehr - der Knackpunkt. "Da hatten wir die Chance, das Spiel zu drehen, weil wir fünf Ballgewinne hatten. Aber dann werfen wir uns den Ball auf den Fuß oder ins Aus oder scheitern frei vor dem Tor. Das war echt ärgerlich, weil das die Heimmannschaft wieder in die Spur gebracht hat", sagte Rogawska.

Auch der TVK II bleibt Vorletzter. Nach der 24:27 (11:12)-Niederlage beim TSV Kaldenkirchen wartet die Reserve weiter auf die ersten Zähler dieser Verbandsliga-Saison.

TVK: Jäger, Krüger - Pötzsch, Bongaerts (3 Tore), Bock (2), Dicks, Jennes (2), Bohrmann, Mumme (8), Brinkhues, Zidorn (3 / davon 2 per Siebenmeter), Zavada, Schneider (6).

TVK II: Bones, Klein - Steffens (3), Huckemann (2), Schürings, T. Wipperfürth, Meyers (7), Bleckat (5/5), Venedey, Hoppe (1), Förster (4), Schmitz, N. Wipperfürth (2).

Quelle: RP
 
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