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Thomas Krause
"Es hat sich herumgesprochen, dass Schach Spaß macht"

Mönchengladbach. Der Schachsportler und Trainer erfolgreicher Schach-AGs an Schulen spricht über den Lerneffekt am Brett und überholte Vorurteile.

schach Thomas Krause, 48, ist nicht nur als Schachsportler des Rheydter Schachvereins in Mönchengladbach ein Begriff. Als Trainer und Leiter von Schach-Arbeitsgemeinschaften an gleich drei Gladbacher Grundschulen ist er so auch der Mann hinter der erfolgreichen Schulmannschaft der GGS Hockstein, die als frischgebackener Nordrhein-Westfalen-Meister Ende dieses Monats, von Sonntag bis Mittwoch, zur Deutschen Meisterschaft nach Friedrichroda in Thüringen fährt.

Herr Krause, was ist das Geheimnis des Erfolgs im hiesigen Schul-Schach?

krause Spaß, Spaß und noch einmal Spaß. Es hat sich in der Schule herumgesprochen, dass Schach viel Freude macht. Deswegen spielen viele Kinder Schach, da kommt die Qualität fast automatisch. Und Spaß hatten die Jungs ja auch bei der NRW-Meisterschaft. Da haben sie in den Spielpausen Ball gespielt, während andere Kinder weiter mit Schach beschäftigt waren.

Welche Idee, welches Konzept steckt hinter Ihrer Arbeit mit den Grundschülern?

krause Schach ist gut für die Entwicklung von Kindern. Und als Trainer vermittele ich meine Begeisterung für das Spiel. Das ist der Antrieb, die Motivation für die Beschäftigung mit diesem Sport. Das kann zu erstaunlichen Lernerfahrungen führen, die weit über das Schachspiel hinausgehen.

Welche Voraussetzungen sind dafür in den Schulen nötig?

Krause Es reicht nicht, ein paar Spielsätze bereitzustellen und zu sagen: Jetzt macht mal! In der GGS Hockstein wird Schach von vielen gefördert. Es fällt schon auf, wenn eine Schule ein Drittel der Teilnehmer der Grundschulstadtmeisterschaft stellt. Alle sind ausgestattet in Schul-T-Shirts mit einem Schachmotiv auf der Rückseite und dem Motto: Spiel mit!

Wie sieht die Zukunft des Schulschach in der Stadt aus? Gibt es Konzepte in Schulen oder im Stadtsportbund?

kRAUSE Ich habe der GGS Hockstein vorgeschlagen, sich um das Gütesiegel Deutsche Schachschule zu bewerben. Die Schule hat es verdient und würde es mit ziemlicher Sicherheit auch erhalten. Das wäre auch für andere in der Stadt ein Zeichen, ein Beispiel, dem weitere Schulen folgen könnten.

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit mit den örtlichen Schachvereinen?

KRAUSE Das sollte eine Win-Win-Situation sein. Motivierte Kinder finden den Weg in die Vereine, ihnen muss man nicht mehr das ABC des Schachs beibringen. So können die teilweise sehr begrenzten Ressourcen in den Vereinen für die Weiterentwicklung der Talente genutzt werden. Und natürlich können die Vereinsspieler auch den Schulkameraden die Tricks der Profis zeigen. Ich werde meine Zusammenarbeit mit dem Rheydter Schachverein auch nach meinem Rückzug aus dem Vorstand fortsetzen, bin aber als Fachwart Schach im Stadtsportbund jetzt noch mehr auch Ansprechpartner für andere Vereine.

Sie hätten drei Wünsche frei zum Thema Schach in der Schule, welche wären das?

KRAUSE (lacht) 1. Eltern und Lehrer glauben nicht länger, dass Schach nur etwas für schlaue Kinder ist. Sie lernen und spielen mit den Kindern Schach. 2. Sponsoren entdecken Schach als Werbemittel und fördern Schulschachprojekte. 3. Die GGS Hockstein wird Deutscher Schulschachmeister 2015.

ARMIN KAUMANNS FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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