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Mönchengladbach
Togrund hat einen rasanten Wandel vollzogen

Mönchengladbach. IT-Systemhaus Togrund erhielt einen Preis für besonders innovative Konzepte und Lösungen im Industriebereich. Von Angela Rietdorf

Die Büromaschinen-Branche hat in den vergangenen Jahrzehnten Veränderungen erlebt, die einem Erdbeben gleichen: von der manuellen Schreibmaschine, die in den 1970er Jahren noch in den meisten Büros stand, über die elektronischen Varianten und die ersten Rechner bis hin zu den heutigen PCs, IT-Systemen und Cloud-Lösungen. So manches Unternehmen ist dabei auf der Strecke geblieben. Aber es gibt auch Gewinner. Zu ihnen gehört das Mönchengladbacher Familienunternehmen Togrund, das gerade für besonders innovative Lösungen ausgezeichnet wurde.

Vor knapp 50 Jahren begannen der Unternehmensgründer Hans Togrund und seine Frau Helga in einem Hinterhofzimmer im Zentrum von Mönchengladbach mit dem Handel und der Reparatur von Büromaschinen: Schreibmaschinen und mechanischen Buchungsmaschinen. Im Jahr 2017 ist die Firma immer noch im Familienbesitz, die Ausrichtung hat sich aber grundlegend gewandelt. Togrund ist ein Unternehmen, dessen Schwerpunkt im IT-Bereich liegt. Im Unternehmenssitz an der Kabelstraße werden individualisierte Lösungen für Kunden ebenso entwickelt wie standardisierte Programmpakete. Für das computergestützte und cloudbasierte Werkzeugmanagementsystem ToolCare hat die Firma Wortmann, Deutschlands größter unabhängiger Hersteller von PC- und Serversystemen, Togrund nun mit "Viktor" ausgezeichnet, einem Preis, mit dem unter anderem besonders innovative Lösungen im Industriebereich gewürdigt werden. "Unser System wurde für hochspezialisierte und extrem teure Fräswerkzeuge entwickelt, die in einem sicheren Umfeld aufbewahrt und automatisch ergänzt werden sollen", erklärt Geschäftsführer Stephan Togrund. ToolCare® meldet, wenn Teile entnommen werden, sorgt für automatische Nachlieferung und rechnet nach Verbrauch ab. Die gesamte Kette funktioniert vollkommen automatisiert. Untergebracht ist alles in einem robusten, der Arbeitsumgebung angepassten Industriegehäuse. Seit drei Jahren auf dem Markt, hat sich das System zum Renner entwickelt und wird an Kunden in Ungarn, Frankreich, Italien, Spanien, der Schweiz und den USA geliefert.

Das Ganze wird komplett über ein Rechenzentrum in Deutschland abgewickelt, auch für die internationalen Kunden. "Der Datenschutz ist in Deutschland höher", erklärt der Firmenchef. "Das ist wichtig, weil das System auch zusätzliche Datenverwaltung für die Kunden übernimmt." Generell werde es für die Kunden immer wichtiger, ihre Daten in einer Cloud zu sichern, weiß Stephan Togrund. "Wir bewegen uns stärker hin zu digitalen Welten", sagt er. Die Kunden seien mobil und auch die Daten würden mobil geliefert und erfasst. Daraus ergeben sich immer neue Aufgaben, für die ein Unternehmen, das IT-Lösungen anbietet, gerüstet sein muss. Trotzdem oder gerade deshalb ist Togrund in diesem Jahr nicht auf der Cebit in Hannover vertreten. "Wir gehen stattdessen wieder auf die Industriemesse, um näher am Kunden zu sein", erklärt der Geschäftsführer. Dort wird man sich mit weiteren Partnern einen Stand teilen. "Einen Versuchsballon" nennt Togrund das.

Neben der Industrie gehören auch Großhandel und Steuerberater zu den Kunden des IT-Systemhauses. Und auch Service gehört natürlich zum Angebot: Zwar ist heute auch Fernwartung häufig möglich und wird entsprechend genutzt, trotzdem sind beständig vier Mitarbeiter unterwegs, um die Kunden zu unterstützen. Stephan Togrund sieht das Familienunternehmen für die Zukunft gut aufgestellt. "Es ist eine extrem schnelllebige Branche", sagt er. "Aber wir hatten immer einen guten Riecher für die richtige Richtung."

Quelle: RP
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