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Moers
Durch Lehrzeit im Ausland gewinnt die Duale Ausbildung an Wert

Moers. Der Unternehmerverband Niederrhein begrüßt das Erasmus-Programm. Hauptgeschäftsführer bedauert Trend zur "überzogenen Akademisierung".

Das Erasmus-Programm, das Stipendien der Europäischen Union bereitstellt, richtet sich an Studierende, aber auch Auszubildende - darauf weist der Unternehmerverband hin. Durch ein Stipendium können die Auszubildenden einen Teil ihrer Lehrzeit im Ausland verbringen und so wertvolle Erfahrungen für ihr Berufsleben sammeln. Bislang nehmen nur 4,5 Prozent der rund 500.000 jungen Menschen, die in Deutschland jedes Jahr eine Berufsausbildung beginnen, dieses Angebot wahr. Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, appelliert an Azubis an Rhein und Ruhr und Niederrhein: "Mit einer Dualen Ausbildung erhält der Nachwuchs eine tolle Mischung aus Theorie an der Berufsschule und Praxis in den Betrieben. Wenn die Azubis nun auch noch im Ausland Erfahrungen sammeln können, ist das ein toller Mehrwert für ihre persönliche Entwicklung."

In Zeiten von Fachkräfteengpässen und nachlassenden Ausbildungszahlen komme es laut Schmitz darauf an, die Ausbildung attraktiver zu machen: "Wenn Azubis wertvolle Auslandserfahrungen schon während ihrer Lehrzeit sammeln, gewinnt die Duale Ausbildung gegenüber dem Studium wieder an Wert." Denn Schmitz bedauert den Trend hin zu einer überzogenen Akademisierung: "Immer mehr Jugendliche - vielleicht sind es aber auch ihre Eltern - sehen nur in Abitur und Studium den einzig erfolgreichen Berufsweg. Dabei gilt nicht nur für praktisch begabte Schüler: Die Duale Ausbildung bietet tolle Perspektiven."

So verdiene man als Facharbeiter etwa in der Metall- und Elektroindustrie gutes Geld, durchschnittlich 56.000 Euro pro Jahr, und könne durch Meister- oder Technikerfortbildung auch aufsteigen.

Vor allem in Unternehmen mit Niederlassungen im Ausland wäre eine internationale Ausbildung von Vorteil; deswegen ermuntert Wolfgang Schmitz hiesige Firmen, ihre Azubis in ihren Vorhaben zu unterstützen. "Die Unternehmen profitieren davon, wenn sie Fachkräfte ausbilden, die den steigenden Anforderungen globaler Lieferketten, Verflechtungen und Märkte gerecht werden." Derzeit geht die EU auch mögliche Hindernisse an, wie etwa Fragen zu Sozialbeiträgen und Lehrplänen. Schmitz: "Es müssen jetzt schnell und unbürokratisch die Weichen gestellt werden, damit Auslandseinsätze von Azubis unkomplizierter möglich sind."

Zum Unternehmerverband gehören der Metall Ruhr-Niederrhein, Ruhr-Niederrhein, Industrieservice, Soziale Dienste und Bildung, Dienstleistungen und Mülheimer Wirtschaft.

Quelle: RP
 
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