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Moers
Fenster der Hubertus-Kirche werden saniert

Moers: Fenster der Hubertus-Kirche werden saniert
Das Fenster über dem Josefsaltar zeigt die Heiligen Elisabeth, Henricus und Franz von Sales. FOTO: reichwein
Moers. Die in drei Bauabschnitten geplante Restaurierung und Renovierung der katholischen Kirche St. Hubertus ist in ihre letzte Phase getreten - und steht bereits vor ihrem Abschluss. Rund 500 000 Euro betragen die Kosten für das Projekt. Von Hedi Meinecke

Das Bistum Münster und die Ruhrkohle beteiligen sich finanziell, aber auch die Spendenbereitschaft der St.-Martinus-Quirinus Schützenbruderschaft, des Männergesangvereins Cäcilia und die Initiative des ins Leben gerufenen Fördervereins ermöglichten die Durchführung der dringend erforderlichen Maßnahme.

In den drei Etappen - seit 2013 - galt das ganze Interesse den gravierenden Schäden, "die der Bergbau und der Zahn der Zeit angerichtet hatten", erläutert Peter Minten, Haushaltsbeauftragter der Gemeinde St. Martinus. "Mit großer Sorgfalt und professionell wurden die Schäden und Wertminderungen jetzt behoben", sagt er. Mehr als 500 Risse

stellten die Fachleute in dem dreischiffigen sakralen Bauwerk fest, die verpresst und fachgerecht verschlossen werden mussten. Die in den betroffenen Bereichen stark beschädigte historische Ausmalung der Innengestaltung wurde dann mit warmen Tönen künstlerisch erneuert und Restaurator Ludger Elbers dekorierte sie mit feinen Ornamenten und Arabesken. Auch der Fußboden erhielt passend zum Gestühl einen neuen Anstrich.

Der jetzt begonnene Bauabschnitt ist dem Chor und der Apsis vorbehalten. Priorität haben hier die Fenster: Die nicht historischen werden sämtlich erneuert, die historischen ausgebaut, gereinigt und in der Glasmalerei Derix in Kevelaer mit einer Schutzverglasung ausgestattet.

Denn diese Fenster haben einen hohen künstlerischen Wert. Und sie haben eine lange und bewegende Geschichte, sie sind nämlich so alt wie die Kirche selbst, die nach den Plänen des Bonner Architekten und Kirchenbaumeisters Franz Langenberg im Stil einer Hallenkirche errichtet und 1894 feierlich eingeweiht wurde. Sie stammen aus den "Werkstätten für Glasmalerei" Oldtmann in Linnich. Kosten: 6720 Mark. Mündlicher Überlieferung zufolge - so Hobby-Historiker Theo Mäschig - wurden die Kosten zum größten Teil aus Stiftungen von Pfarrangehörigen bestritten, die in den Fenstern dafür ihre oder die Namenspatrone von verstorbenen Familienangehörigen abbilden ließen.

Die farblich-leuchtenden Darstellungen im Chorraum: Das Mittelfenster zeigt die Heilige Familie mit Gott Vater und dem Heiligen Geist in Form einer Taube. Im rechten Fenster ist Theodorus, der Heilige Hubertus - der Pfarrpatron - und Franziska rom. zu sehen, die Mitstifterin dieses Fensters. Die Landwirtin Franziska Peuten, wollte mit der Bezeichnung "Franziska rom." ausdrücklich auf ihre Namenspatronin (Franziska romana) hinweisen. Im Fenster links werden die Heiligen Gerhardus, Catharina und Matthias dargestellt. Das Fenster über dem Josefsaltar zeigt die Heiligen Elisabeth, Henricus und Franz von Sales, über dem Marienaltar sind die Heiligen Anna, Jacobus und Wilhelmus zu sehen.

Die Schaephuysener entschieden sich schon früh für Hubertus als Schutzpatron. Die Annalen berichten, dass sie etwa zwischen 1450 und 1495 ihre erste Kapelle erbauten und sich von Anfang an für Hubertus entschieden, der auch als Schutzpatron der Jäger verehrt wird. Dieser Verehrung liegt wohl die Legende von seiner Begegnung mit dem kreuztragenden Hirsch zugrunde. Die Jahrhunderte lange Verehrung des Heiligen in Schaephuysen, so Theo Mäschig, findet ihren Niederschlag auch im Gemeindewappen, in dem ein Hirschgeweih mit dem darin schwebenden Kreuz abgebildet ist.

Quelle: RP
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