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Moers/Kamp-Lintfort
Kammermusikfest Kamp macht in Moers Station

Moers/Kamp-Lintfort. Werke von Max Bruch, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy stehen im Martinstift auf dem Programm. Von Jan Caspers

Nachdem das "13. Kammermusikfest Kloster Kamp" bereits am Mittwochabend im Audimax der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort eröffnet worden war, fand das zweite Konzert des Musikfestes am Donnerstagabend im Moerser Martinstift statt. Im gut besuchten Kammermusiksaal standen dabei Werke von Max Bruch, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy auf dem Programm.

Eröffnet wurde das Konzert durch den Pianisten Roland Krüger, die Violinisten Alberto Menchen und Karhryn Votapek, den Bratschisten Alfredo Zamarra und die Cellistin Katharina Apel mit dem "Quintett g-Moll op. posth. für Klavier und Streichquartett" von Max Bruch. Das posthum veröffentlichte Klavierquintett wurde vor 28 Jahren wiederentdeckt, nachdem das Manuskript fast ein Jahrhundert lang auf einem Dachboden in Liverpool gelegen hatte. Max Bruch, der von 1880 bis 1883 die "Philharmonic Society" in Liverpool leitete, vollendete das Klavierquintett im Jahre 1886. Beim Konzert im Martinstift spielten die fünf Musiker das wehmütige Adagio und das lebhafte Scherzo ebenso brillant wie das energische Allegro im Finalsatz.

Der Pianist Andrew Harley, der Violinist Timothy Braun und der Cellist Alexander Hülshoff widmeten sich im Anschluss dem "Trio Nr. 3 c-Moll für Violine, Violoncello und Klavier op. 101" von Johannes Brahms. Der Komponist schrieb das Klaviertrio im Jahre 1887 am Thuner See. Zehn Jahre vor seinem Tod litt Johannes Brahms, der zu der Zeit als Junggeselle in Wien wohnte, unter einem wachsenden Gefühl der Vereinsamung, das sich in der Zerrissenheit des Klaviertrios widerspiegelt. Elisabeth von Herzogenberg, eine Freundin des Komponisten, schrieb Brahms nach der Durchsicht der Noten, dieses Trio sei "besser als alle Photographien und so das eigentliche Bild von Ihnen". Die Uraufführung des Trios fand im Dezember 1886 in Budapest statt. Bei einem Konzert im Haus des Leipziger Geigers Adolf Brodsky stieß das Werk beim anwesenden Peter Tschaikowsky allerdings auf großes Missfallen. Ein Eklat zwischen den beiden Komponisten Brahms und Tschaikowsky konnte an diesem Abend nur dadurch verhindert werden, dass die Ankunft von Edvard Grieg die angespannte Atmosphäre auflockerte.

Beim Konzert im Moerser Kammermusiksaal arbeiteten die drei Musiker die Stimmungswechsel der Musik ebenso feinfühlig heraus, wie die volkstümlichen Themen, die in Form eines Wiener Walzers und einer ungarischen Csárdás-Melodie im Trio verwendet werden.

Nach einer kurzen Pause endete das Konzert im Martinstift schließlich mit dem "Sextett D-Dur für Klavier und Streicher op. 110" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Komponist schrieb das Werk im Jahre 1824 im jugendlichen Alter von 15 Jahren. Die Pianistin Megumi Hashiba, der Violinist Aaron Berofsky, die Bratschisten Juan-Miguel Hernandez und Florian Peelman, der Cellist Ernst Simon Glaser und der Kontrabassist Gunars Upatnieks spielten das Sextett, das trotz seiner kammermusikalischen Besetzung ein wenig an ein Klavierkonzert erinnert, mit einem weichen Allergro aus perlenden Klavierläufen und sanften Streicher-Passagen, einem träumerischen Adagio sowie einem schwungvollen Allegro vivace. Der Beifall des Publikums fiel nicht weniger lebhaft aus.

Quelle: RP
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