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Moers
Moerser zeigt seinen Blick auf Istanbul in einer Ausstellung

Moers. Istanbul in seiner Lebendigkeit und Vielfalt hat es dem Fotografen Philipp Mehnert angetan. Die Menschen am Bosporus hat der 32-Jährige bei ihren Alltagstätigkeiten mit dem Fotoapparat begleitet und führt den Betrachter in ganz entlegene Stellen einer Stadt und eines Landes.

25 seiner großformatigen Arbeiten sind beim Moerser Servicewohnen am Schlosspark, Hanns-Albeck-Platz, zu sehen. "Ein Blick auf Istanbul" hat Philipp Mehnert diese Auswahl seiner Arbeiten genannt. 2014 und 2015 besuchte er als Teilnehmer des Workshops von Maciej Dankwicz die Türkei. Der polnische Fotograf ist bekannt für das Genre der "Straßenfotografie" und hat damit zugleich politische Akzente gesetzt. Mit seinen Bildern hat er unter anderem das nächtliche Straßenleben in Wales festgehalten. Seine Bilder zeigten nächtliche Alkoholexzesse und wiesen zugleich auf Missstände hin, die Flatrate-Angebote der Pubs mit sich bringen.

2014 fuhr Dankwicz mit seinen Workshopteilnehmern nach Istanbul in eine ganz andere Welt. "Ich habe Istanbul als eine sehr lebhafte Stadt kennengelernt", erzählt Mehnert. Mit den Menschen kam er schnell ins Gespräch und erlebte türkische Gastfreundschaft. "Ich habe Istanbul gesehen und Istanbul hat diesen Blick erwidert", sagt Mehnert. Nicht ohne Folgen: 2015 besuchte er das Land nochmals.

Die Motive zeigen das pralle Leben in den Straßen. Männer, die im Basar Handel treiben, Knöpfe verkaufen, Lose anbieten oder Jugendliche, die Seifenblasen-Spiele verkaufen, Kinder, die sich mit ihren kleinen Rädern die Welt erobern. Plätze wie der symbolträchtige, beinahe leer gefegte Taktsim-Platz erinnern an Ereignisse wie die 1.Mai-Demonstration, die von der Polizei gewaltsam aufgelöst wurde. Aufnahmen, die Mehnert in Omnibusse hinein gemacht, bieten Spiegeleffekte und sorgen für einen zusätzlichen Reiz beim Betrachter. Eben solche Situationen sind ihm gelungen, wenn er Menschen beispielsweise bei der Anprobe von Sonnenbrillen oder beim Transport von Spiegeln beobachtete. Mindestens zwei Bilder machen dann das Gesamtbild aus.

"Ich habe viele nicht touristische Orte gesehen", erzählt Mehnert, der als Physiker in Aachen lebt und arbeitet. Dass der gebürtige Moerser im Servicewohnen am Schlosspark ausstellt, hat auch mit seinem Vater Dietrich Mehnert zu tun. "Wir haben im Gemeinschaftsraum und dem Flur die Flächen, solche Arbeiten auszustellen", sagt der Geschäftsführer der Grafschafter Diakonie. Die Ausstellung ist bis zum Freitag, 15. Juli, zu sehen.

(sabi)
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