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Moers
Penguin's Days: Viel Applaus für zwei Theaterstücke

Moers. 13 Theaterstücke für Zuschauer von zwei bis 15 plus zeigt das Moerser Kinder- und Jugendtheaterfestival "Penguin's Days" in der Zeit vom 8. bis zum 18. Juni. Vier davon sind eigene Inszenierungen des jungen, sowie des "erwachsenen" Moerser Schlosstheaters, die übrigen neun stammen von Theater-Gruppen und einzelnen Bühnenkünstlern aus ganz Deutschland und sogar aus Belgien.

Gestern standen vormittags zum einen das "Kom'ma Theater" aus Duisburg mit dem Stück "Stadt Land Baum" von Alice Quadflieg und zum anderen das "Comedia Theater" aus Köln mit der Ensembleproduktion "Taksi to Istanbul" auf dem Pinguin-Spielplan. Dabei begaben sich die Darsteller beider Inszenierungen auf eine Reise, die ihnen am Ende ein neues Verständnis von sich selbst und ihren Lebensumständen gab.

In "Stadt Land Baum", einem Stück für Kinder ab sechs Jahren, waren dies die einstigen Freunde Mortel und Fiete. Mortel war einst vor langer Zeit ohne Abschied verschwunden und hatte sich seitdem nicht wieder gemeldet. Umso überraschter war Fiete, als er plötzlich einen Brief mit einer Einladung von Mortel erhielt. Obwohl noch immer verärgert, besuchte Fiete, der inzwischen eine Baumschule auf dem Land hatte, seinen einstigen, jetzt in einer nahen Großstadt lebenden Freund, wobei beide anfangs zwar noch ein wenig fremdelten, dann aber ihre alte Freundschaft wieder neu entdeckten. Das von vielen lautmalerischen Geräuschen und musikalischen Einlagen begleitete Stück wurde am Mittwochvormittag gleich zweimal 45 Minuten unter freiem Himmel auf dem Schulhof der Kapellener Dorsterfeld-Grundschule aufgeführt.

Für "Taksi to Istanbul" kamen zu ebenfalls zwei Vormittagsaufführungen rund 270 Schüler aus verschiedenen Moerser Schulen in die örtliche Festivalhalle. Hier nahmen die drei türkisch stämmigen Schauspieler Sibel, Harun und Faris vom Kölner "Comedia Theater" ihre Zuschauer jeweils knapp 60 Minuten mit auf eine fiktive Reise in die Türkische Millionenstadt am Bosporus. Dort, so glaubten sie, wäre alles viel toller als in Köln, wo sich ihre Eltern und Großeltern einst vor Jahren als Gastarbeiter niedergelassen hatten. Dabei betrachteten sie sich alle drei trotz ihrer türkischen Wurzeln eigentlich eher als Deutsche.

Während für Harun die Fahrt nichts weiter als ein Urlaub wie jeder andere war, konnte sich Sibel dagegen nicht ganz so leicht von ihrer türkischen Herkunft lösen, und Faris ebenfalls nicht. "Wie fühlt sich eigentlich Heimat an?", hatte Sibel ihren Großvater einmal gefragt, worauf hin er ihr ein kurdisches Lied vorgesungen hatte. "Was sind wir denn nun eigentlich? Deutsche oder Türken?" Eine Frage, die sich am Ende auch mit der Istanbul-Reise nicht klären ließ. Die jungen Zuschauer fanden das Stück aber offenbar trotzdem spannend, was daran zu erkennen war, dass während der gesamten Aufführung eine erstaunlich aufmerksame Stille in den Sitzreihen herrschte.

(lang)
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