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Moers
SPD-Schlossgespräche: Die Zukunft der Quartiere

Moers. Zur Sommerausgabe der "Schlossgespräche" hatte die Moerser SPD eine Sozialexpertin eingeladen. Mark Rosendahl, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat, begrüßte im Rittersaal die Dortmunder Sozialdezernentin Birgit Zoerner. Ziel war es, zu erfahren, ob das Dortmunder Beispiel einer strategischen, langfristigen Sozialplanung für Moers in Frage komme.

Die Referentin berichtete, dass die Stadt Dortmund seit 2005 anhand von Fragebögen erkundet, was die Menschen in den Stadtteilen beschäftigt. "Daten für Taten" sollte das Leitmotiv sein. Dazu wurde die 600.000-Einwohner-Stadt in 39 Sozialräume eingeteilt. Die Ergebnisse der Befragungen mündeten in den "Aktionsplan Soziale Stadt". 13 der 39 Sozialräume hatten sich als problematisch erwiesen. Besonders alarmierend war, dass dort die meisten Kinder und Jugendlichen wohnten. Deshalb formulierte man für diese Bereiche integrierte Handlungskonzepte als gemeinsame Aufgabe aller städtischen Ressorts.

Drei Handlungsschwerpunkte wurden seitdem erfolgreich angegangen: Arbeit und Beschäftigung schaffen, Kinder und Eltern stärken und den sozialen Zusammenhalt stärken. Als ein Beispiel nannte Zoerner die erfolgreiche Einführung von Mentorenprogrammen für Jungen mit Migrationshintergrund, die das Abitur anstrebten. Auch bei den Anmeldungen zum Gymnasium mache sich gezielte Sprachförderung von Migrantenkindern bereits deutlich bemerkbar.

Zoerner machte deutlich, dass es gerade in der Zeit knapper Stadtkassen unerlässlich sei, Bedarfe konkret abzufragen. Interessant war auch, dass in Dortmund Langzeitarbeitslose als "Kümmerer" eingesetzt werden, die große Bedeutung für die Umsetzung der Projekte in den Stadtvierteln haben. Auf der Ebene der Verwaltung sei es wichtig, neue, interdisziplinäre Wege zu gehen, deren Effekte nicht immer sofort spürbar seien. Michael Rüddel, Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales im Moerser Rathaus, merkte an, dass die Moerser Verwaltung über fundierte Konzepte verfüge. Für die Umsetzung müsse ein Sozialplaner engagiert werden.

(rauh)
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