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Moers
Stolperstein erinnert an Mitgründer des GSV Moers

Moers. Zehn neue Stolpersteine sind in der Innenstadt verlegt worden. Moerser Schüler wirkten mit. Von Ulrike Rauhut

Zehn neue Stolpersteine haben die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Verein "Erinnern für die Zukunft" gestern in der Innenstadt verlegt. An sieben verschiedenen Stellen erinnern die von Günter Demnig geschaffenen Gedenksteine im Boden an Moerser Bürger, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Schüler von Moerser Schulen hatten sich mit je einer Person oder Familie beschäftigt und informierten über Leben und Umstände der Deportation und Ermordung. Tom Gerstenberger, Jugendgruppenleiter und Vorstandsmitglied beim CVJM, trug zur Gitarre jiddische Lieder vor.

Erste Station war das Haus an der Steinstraße 51, nahe beim Königlichen Hof. Hier erinnerten Pfarrerin Christiane Münker-Lütkehans und Schüler der neunten Klasse der Pattberg-Realschule an Else Blumenthal, die hier bei ihrem nicht-jüdischen Schwager Paul Rössler Zuflucht gesucht hatte, sich dann aber, um die Familie Rössler nicht zu gefährden, freiwillig für die Deportation meldete. An der Steinstraße 13 wurde an die Familie Bloch erinnert. Julius Bloch lebte hier mit seiner Ehefrau Rosa und den Töchtern Ilse und Margot und betrieb bis 1938 ein Zigarrengeschäft. Margot verließ Moers 1936, später gelang ihr die Flucht in die USA. Nach der Reichspogromnacht musste Julius Bloch sein Geschäft aufgeben und in ein sogenanntes "Judenhaus" in Köln ziehen. Von dort wurden er, seine Frau und seine Tochter Ilse 1941 ins lettische Riga verschleppt und ermordet. Von einer besonderen Verbindung zu dem jüdischen Kaufmann berichtete der 1. Vorsitzende des GSV Moers, Claus Hagemann. Bloch war von 1911 bis 1915 Vorsitzender des Sportvereins, hat ihn mit gegründet und aufgebaut. "Er hat viel für unseren Verein getan und wir möchten sein Andenken in Ehren halten", sagte Hagemann. Pia Löw und Nikolas Rudnik aus dem Geschichtskurs der 12. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Filder Benden referierten über die Familie.

Weitere Stolpersteine wurden an der Kirchstraße 34 für Otto Gutmann, an der Uerdinger Straße 11 für die Familie Levy und an der Homberger Straße 18 für die Familie Berkley verlegt. Dieses Mal konnte der Künstler Günter Demnig nicht anwesend sein. Seit 1992 ist er in Europa unterwegs und hat über 56000 Steine in 20 Ländern verlegt. Die Stolpersteine gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Quelle: RP
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