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Moers
Top-Stimmung zur großen Musiknacht

Moers. Volle Kneipen, zufriedene Veranstalter, ausgelassene Gäste – das Konzept der Night Of The Bands ging wieder auf. Von Peter Gottschlich

In eine große Konzertmeile verwandelte sich Moers am Samstagabend. Gleich 28 Gruppen spielten bei der zehnten Enni-Night Of The Bands in 24 Lokalitäten. Für jeden Musikgeschmack war etwas dabei. Die Besucher feierten in vollen Kneipen.

Erstmals war bei der Night Of The Bands auch eine Nicht-Kneipe dabei: Die Christus Gemeinde hatte ihre Räume geöffnet. Dort spielte die Band Reflame rockige Songs, beispielsweise von den Rolling Stones oder Pink Floyd – sehr zur Freude der 70 Zuhörer. Diese unterlegte sie mit christlichen Texten. "Vor einem Jahr waren wir bei der Enni-Nacht auf Tour", erzählte Tomy Neubert, der Mitglied der Gemeindeleitung ist. "Wir haben gesagt: ,Was die anderen können, können wir auch.' Denn es ist eine tolle Möglichkeit, uns zu präsentieren. So können die Menschen uns kennenlernen. Schließlich lieben wir Musik." Es koste zwar Geld, sich bei der Enni-Nacht zu beteiligen, aber die Kosten kämen durch den Getränkeverkauf wieder herein. "Als Gemeinde müssen wir kein Geld verdienen", sagte das Mitglied der Gemeindeleitung. Optimal sei es, dass der Pendelbus, der alle Lokalitäten miteinander verdiene, einmal in der Stunde direkt vor der Tür halte.

Dieser Bus hielt auch einmal in der Stunde vor der Gaststätte Kampmann, wo Willenlos im großen Saal spielte. Diese fünfköpfige Band coverte Songs von Marius Müller Westernhagen von Pfefferminz über Ladykiller und Willenlos bis hin zu Freiheit. Die Zuhörer im vollen Saal tanzten und sangen mit.

Auch in der Kleinen Kneipe an, die in der Hermannstraße in Asberg liegt, war Musik aus den 70er und frühen 80er Jahren zu hören, allerdings nicht deutsch- sondern englischsprachige. Das Duo "Dos Hombres" gab zum Beispiel "Sweet Home Alabama" von Lynyrd Skynyrd zum Besten und auch Evergreens von Uriah Heep oder Red Hot Chilli Peppers. Mehr als die 70 Konzertbesucher, die dort feierten, hätten auch keinen Platz gefunden in die Kneipe. "Die Gäste sind gut drauf", freute sich Wirt Torsten Eichenhofer, über die Partystimmung. "80 Prozent sind Stammgäste. Es sind aber auch einige Neue hier, die mit dem Pendelbus gekommen sind. Ich habe 50 Karten im Vorverkauf verkauft, die nicht gereicht haben." Schließlich war die Enni-Nacht für viele Moerser wieder ein Anlass, in die Festival-Kultur ihrer Jugend einzutauchen, um von Künstler zu Künstler zu springen. "Es sind viele Laufkunden hier, die schnell wechseln", sagte Wirtin Karina Wilke, die sich mit ihrer neu eröffneten Kneipe "Brown Sugar" zum ersten Mal beteiligte, selbst wenn die Vorgängerkneipe schon bei der Enni-Nacht mit dabei gewesen war. "Die Nacht wird super angenommen. Viele kommen rein, sind kurz da und gehen wieder raus." Die Konzertbesucher erlebten in der vollen Kneipe an der Oberwallstraße die Gruppe "Formula 4", die Rockklassiker coverten.

Eine ganz andere Musik war in der Weinhandlung Porterra in der Pfefferstraße zu hören, das nach fünf Jahren Pause wieder bei der Konzertnacht dabei war. Saxofonist Charly Janke spielte Klassiker des Jazz, beispielsweise von Frank Sinatra. "In den vergangenen Jahren hatten wir immer offen", berichtete Inhaberin Beate Ruminski. "Die Besucher haben hier eine Pause eingelegt, um etwas zu essen. Weil wir mit Charly Janke den passenden Musiker gefunden haben, haben wir uns beteiligt." Nachdem sie nur sechs Karten im Vorverkauf abgesetzt habe, war sie überrascht, wie voll es geworden sei.

Das Café Extrablatt, gleich um die Ecke, platzte quasi aus allen Nähten. Viele Besucher hielten sich unter dem halboffenen Zelt auf, das vor dem Café aufgebaut war. Während "moodish" Charthits spielte, konnten sie dort eine Zigarette anzünden – schließlich war es die erste rauchfreie Enni-Nacht.

Quelle: RP
 
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