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Nettetal
Breyeller sorgten für eine nette Runde

Nettetal: Breyeller sorgten für eine nette Runde
So tot, wie manche Breyeller ihn sehen, ist der Lambertimarkt nicht. Als Parkplatz, wie manche fordern, soll er jedenfalls nicht dienen. FOTO: Busch
Nettetal. Viele Bürger folgten der Einladung von Bürgermeister Christian Wagner ins "Kreuels". Konfliktgeladene Diskussionen blieben jedoch aus. Schulen, Wohnbaupläne, Verkehrsfragen und die Ortskernentwicklung standen im Mittelpunkt. Von Ludger Peters

Die "Nette-Runde" im Gesellschaftsraum der Gaststätte Kreuels war nett. Anders kann man den gut zweistündigen Austausch des Bürgermeisters und seiner Mitarbeiter mit bemerkenswert zahlreich erschienenen Bürgern Breyells nicht charakterisieren. Christian Wagner hatte zu Beginn ausführlich erläutert, dass die Stadt im Vorbruch Flüchtlinge unterbringen wird. Aber dazu gab es nicht einmal eine Nachfrage in der Runde.

Ein gerade in Breyell heftig diskutiertes Thema hat seine Brisanz verloren: die Zukunft der Schulen im Ort. Wagner berichtete, der Verbund der Gemeinschaftsgrundschule Breyell mit der Katholischen Grundschule in Schaag laufe gut. Ob die Katholische Grundschule in Breyell erhalten bleibt, liege in den Händen von Eltern. Um fortzubestehen, benötige die Schule so viele Anmeldungen, dass gesetzliche Vorgaben erfüllt sind.

Der Bürgermeister überraschte die Runde mit dem Hinweis, dass der Wirtschaftsboykott des Irans die Investitionstätigkeit des Düsseldorfer Unternehmens Ascotec nie behindert habe. Es sei bisher jedoch nicht gelungen, einen Projektentwickler zu gewinnen, der das geplante Stadtquartier auf dem früheren Rötzelgelände in seine Hände nimmt. Einen Schock versetzt habe ihm die Nachricht, dass der Untergrund viel schlimmer versucht ist, als angenommen wurde. Nach der Sanierung seien sogar noch höhere Messwerte ermittelt worden. Die Stadt sei darum bemüht, eine "wirtschaftlich tragfähige Lösung" des Problems zu finden.

Auf der Kippe steht das Lehrschwimmbecken in Breyell. Es ist zwar durch Schulen und Vereine (Behindertensport, DLRG) bis abends 21.30 Uhr stets ausgelastet. Aber es muss saniert werden. Ob die Stadt die erforderliche "sechsstellige Summe", die der Erste Beigeordnete Armin Schönfelder ankündigte, ausgeben wird, ist anzuzweifeln. Die Finanzlage der Stadt zwingt dazu, über solche Ausgaben sehr sorgfältig nachzudenken. Wagner berichtete, die Stadt sei unabhängig von den Finanzen sowieso in der Klemme, denn die Stunden im Bad des Sport- und Erlebnisdorf in Hinsbeck (Landessportbund) fallen weg, wenn am 1. Dezember dort Flüchtling einziehen werden. Bundesweit schlagen Experten bereits Alarm, weil immer weniger Kinder schwimmen können - Lehrstunden stehen dennoch auf der Kippe.

Intensiv diskutiert wurden Verkehrsfragen. Es ging um fehlende Parkplätze im Bereich Fongern/Felderend - der Bürgermeister sichert zu, die Stadt werde sich um eine verträgliche Lösung bemühen. Es sei aber nicht die ihre Aufgabe, aus Steuermitteln privaten Unternehmen zu Parkplätzen zu verhelfen. Anwohner haben beobachtet, dass die aufgeweitete Brücke manche Autofahrer zum zu schnellen Fahren verführt - die Stadt wird Messungen vornehmen und Rücksprache mit der Polizei nehmen.

Ein Streitpunkt bleibt die Licht-idee für den Lambertiturm. Dr. Reinhard Rankers von Förderverein erläuterte, warum es gegen das Konzept Widerstand gibt, andererseits gibt es einstimmige Beschlüsse im Planungsausschuss. "Noch ist aber nichts passiert", beschwichtigte Wagner. Erfreut nahm er auf, dass Rankers sich für das Bündnis von Vereinen für Breyeller Interessen (Heimatverein, Verkehrsverein, Förderverein, Einbeziehung Werbering) aussprach.

Die Vorbereitung auf das Wohngebiet am Hohlweg nimmt noch einige Zeit in Anspruch. Ulrich Eckert vom technischen Dezernat berichtete, dass die Interessen der Eigentümer gebündelt werden müssten. Sie müssten sich danach auf einen Projektentwickler verständigen.

Nur wenig tun kann die Stadt, um die Fußgängerzone zu beleben. Darüber entscheiden Händler und Bürger, die bereit sind, bei ihnen einzukaufen. Die Aussicht, weitere Geschäfte anzuziehen, ist gering. Dass Kaiser's durch ein ähnliches Geschäft ersetzt wird, ist kaum zu erwarten. Etwas regt sich aber doch. Das Restaurant an der Biether Straße hat ein überzeugendes Konzept, und die Neueröffnung des Cafés belebt den Lambertimarkt.

Quelle: RP
 
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