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Nettetal
Haushalt knackt 100-Millionen-Grenze

Nettetal: Haushalt knackt 100-Millionen-Grenze
FOTO: Stadt Nettetal
Nettetal. Bürgermeister Christian Wagner spricht im Haushaltsentwurf für 2017 von einer leichten Mehrverschuldung von 400.000 Euro. Zudem muss über mehrere Investitionen beraten werden. Die Gewerbesteuer soll nicht erhöht werden Von Christina Böttner

Der Haushalt der Stadt Nettetal soll in 2017 zum ersten Mal im dreistelligen Millionenbereich liegen. 100,5 Millionen Euro an Aufwendungen stehen den geplanten Erträgen von rund 97,7 Millionen Euro gegenüber. Somit rechnet Kämmerer Norbert Müller mit einem Defizit von 2,8 Millionen Euro. Das sind etwa 400.000 mehr als für 2016 veranschlagt wurde. "Das ist eigentlich eine gute Haushaltssituation, es hilft aber nicht, wenn die Ausgleichsrücklagen langsam abschmelzen", sagt Bürgermeister Christian Wagner (CDU). Aber die Politik hat auch viel vor. Es stehen einige größere Investitionen zur Diskussion - wie etwa, was mit der Werner-Jaeger-Halle passiert. Auch die Personalkosten seien in den vergangenen Jahren konstant gestiegen.

Wofür will Nettetal Geld ausgeben? Es muss beraten werden, ob die Werner-Jaeger-Halle kernsaniert, geschlossen oder ein Neubau angestrebt wird. Eine Sanierung würde rund 3,8 Millionen Euro kosten. Zudem muss das Lehrschwimmbecken in Breyell saniert werden, weshalb die Schließung des Bades im Sport- und Erlebnisdorf in Hinsbeck immer wahrscheinlicher wird. Auch die Zukunft der Stadtteilbücherei und des Bürgerservice in Kaldenkirchen ist fraglich. Dahingegen will sich aber die Verwaltung räumlich vergrößern.

Was ist noch geplant? "Wir wollen in Nettetal moderat wachsen. Deshalb planen wir in jedem Stadtteil ein Neubaugebiet, wie etwa in Lobberich und Leuth", sagt Wagner. "Zudem wollen wir das Stadtmarketing intensivieren und weiterhin in die Jugendhilfe investieren, wie etwa die Erweiterung der Kindergärten."

Wo kann eingespart werden? Laut Wagner soll bei allen Immobilien, die die Stadt unterhält, geprüft werden, ob sie benötigt werden. Was nicht langfristig wirtschaftlich genutzt wird, könne womöglich abgestoßen werden. Die Realschule Kaldenkirchen soll aber erhalten bleiben, betont der Bürgermeister. Hinter der Hauptschule hingegen stehe ein Fragezeichen.

Was ändert sich noch? Einige Dinge sollen digitalisiert werden. Unter anderem soll es die Ratsunterlagen nahezu nicht mehr in Papierform geben. Auch das Ticketsystem für den Kulturbereich soll digital werden.

Was bleibt ein Sorgenkind? Das Gewerbegebiet hat weiterhin viele Leerstände zu verzeichnen. Dennoch betont die Verwaltung, dass es vorerst keine Erhöhung der Gewerbesteuer geben soll. Seit zehn Jahren sei sie konstant, das solle so bleiben, sagt Wagner. "Wir haben den niedrigsten Satz vom Niederrhein."

Quelle: RP
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