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Nettetal
Neben Ochs und Esel ein Graureiher

Nettetal: Neben Ochs und Esel ein Graureiher
Vorzeitig lässt Ramona Gladow einen Blick in die Krippe zu. Die Decke wird offiziell erst an Heiligabend weggenommen. Rundherum machen exotische Tiere Kindern so großen Spaß, dass sie häufiger zu Besuch kommen. FOTO: Busch
Nettetal. In ihrer Krippe am Eingang zum Ingenhovenpark versammeln Hans und Ramona Gladow Tiere aus der ganzen Welt - zur großen Freude vieler Kinder. Von Manfred Meis

Ochs und Esel an der Krippe kennen wir und auch die Schafe, aber Graureiher, Schildkröten und ein Orang Utan? Warum denn nicht? Hans und Ramona Gladow sehen keine Schwierigkeiten, die große Vielfalt der Tierwelt rund um eine traditionelle Krippe darzustellen. Auch sonst ist nicht alles so, wie es in der Bibel steht.

Das fängt mit dem Stall an, der hinter dem Haus Burgstraße 8 einem Carport ähnelt. Die Krippe steht in der Mitte, damit sie von möglichst vielen und möglichst nah gesehen werden kann. Viele Kinder kommen her, die mal schauen wollen, ob sich rund um die Krippe etwas verändert hat. Denn es tut sich immer mal etwas. Jetzt sitzt das kleine braune Äffchen noch auf dem Schoß des schwarzen Orang Utans, vielleicht ist es morgen dem Esel auf den Pelz "gehüpft". Es ist in diesem Jahr neu hinzugekommen.

Auf dem ersten Lobbericher Ferkesmarkt der Neuzeit in den frühen 1990er-Jahren sahen die Gladows die fast "mannshohen" Krippenfiguren von Josef und Maria, Hirten und Weisen aus dem Morgenland. Sie waren begeistert und erstanden später in Kerpen die ersten Figuren, um nach und nach eine Krippe aufzubauen. Platz war genug hinterm Haus am Rande des Grundstücks, wo der alte Zugang von der Burgstraße zum Ingenhovenpark ist. Heute ist er etwas versteckt hinter parkenden Autos. "Wir haben eifrig Tiere gesammelt, so dass es im Stall immer etwas enger wurde. Die meisten Tiere sind aus Plastik, weil sie wetterfest sein müssen", erklärt Ramona Gladow. Der Wind fegt von drei Seiten hinein. Doch das stört die Kinder nicht. Der elfjährigen Gibbia gefällt der graue Esel am besten, denn "der hat so schöne Glubschaugen".

Es fällt auf, dass viele Tiere aus Afrika Einzug gehalten haben. "Viele haben wir von unseren Reisen mitgebracht", verrät Ramona Gladow. Seit 2009 ist sie mit ihrem Mann einige Male im südlichen Teil des Kontinents gewesen. Die erste Reise nach Kapstadt hat ihnen eine Bewohnerin der Curanum-Residenz, wo Ramona Gladow im Empfang arbeitet, schmackhaft gemacht: "Ich besorge euch eine preiswerte Unterkunft, ihr bringt mir Bilder mit." Sie selbst konnte wegen ihres hohen Alters nicht mehr hinfliegen. "Dann hat uns Südafrika gepackt", erzählt Ramona Gladow. Erkundet haben sie auch Namibia und Botsuana.

Große Giraffen stehen neben kleinen Schildkröten, eine Mini-Elefantenherde hat keine Scheu vor Krokodilen, Tiger und Löwe brauchen sich nicht aus dem Weg zu gehen, auch Schlangen tun niemandem etwas zuleide. Der kleine Frosch, der bis zum Heiligabend die Krippe besetzt hält, braucht keine Angst vor dem Storch zu haben. Der schaut friedlich in Richtung Josef. Das alles hat eine große Anziehungskraft auf Kinder. "Jetzt kommen schon Kinder der Kinder, die vor gut 20 Jahren da waren", weiß Ramona Gladow. Für sie hängt ein Körbchen mit Erdnüssen am Drahtzaun, davor steht auf dem Tisch eine Flasche Kinderpunsch mit Plastikgläsern zur freien Bedienung. Die gebrauchten Glaser kommen in die Abfallbox.

Besuch erhält die Krippe im Carport auch von Bewohnern des Seniorenheimes und Besuchern der Burg Ingenhoven. Bis in die ersten Januartage ist sie noch zu sehen. Ob es im nächsten Jahr wieder eine Krippe gibt, wissen die Gladows nicht. Im April wollen sie auf große Afrika-Tour gehen, etwa ein Jahr lang. Der Speditionskaufmann Hans Gladow geht dann in Rente, Ramona Gladow hat zu Ostern gekündigt. Der Pick-Up ist schon umgebaut, die Passage mit dem Frachter nach Namibia gebucht.

Quelle: RP
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