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Nettetal
Radeln für besseres Klima in der Stadt

Nettetal: Radeln für besseres Klima in der Stadt
Dem Fahrrad wollen die Grünen im Zusammenhang mit dem Klimaschutz mehr Gewicht verleihen. Damit die Stadt fahrradfreundlicher wird, sollten vor allem innerorts Straßen und Wege angepasst werden, fordern sie. FOTO: Busch
Nettetal. Die Fraktion der Grünen will Teile des Klimaschutzkonzepts schon jetzt umsetzen, ohne den Haushalt zu belasten. Unter anderem wollen sie mit den Bürgern an Radwegekonzepten arbeiten und der Verwaltung das Radfahren verordnen. Von Ludger Peters

Auf der Homepage der Stadt Nettetal steht rechts unten eine Kachel mit dem Hinweis "Klimaschutz". Wer sie anklickt, wird zum Abschlussbericht und Maßnahmenkatalog des "integrierten kommunalen Klimaschutzkonzepts" weitergeleitet. Papier und PDF-Formate aber sind geduldig. Darum hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen ein Bündel von Anträgen eingereicht, mit dem sie das Projekt in Bewegung halten will.

"Natürlich überlagert die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen zurzeit die Nettetaler Politik. Aber Klimaschutz ist zu wichtig, als dass wir das Thema auf die lange Bank schieben", sagt Fraktionsvorsitzender Guido Gahlings. Er habe lange darauf gedrängt, dass der Hinweis auf die Internetseite kam. Jetzt müsse sie mit vielfältigen anderen Angeboten verlinkt werden. Die Fraktion wolle nicht die kürzlich verfügte Haushaltssperre unterlaufen. Aber so ganz zum Stillstand sollte das politische Alltagsgeschäft nicht kommen.

Frühestens im Sommer des kommenden Jahres wird die Stadt den bereits beschlossenen Klimaschutz-Manager einstellen. Darauf, dass er zur Tat schreitet, will die Fraktion nicht warten. Schon jetzt könnten kleinere Vorarbeiten aufgenommen und begonnene Schritte fortgesetzt werden, meint Gahlings. So könne die Stadt einen Schülerwettbewerb für ein Klimaschutz-Logo und einen Slogan organisieren.

Das ist zwar eine Äußerlichkeit, signalisiert aber nach außen das kommunale Handeln. Die Grünen wollen die Öffentlichkeit nämlich möglichst oft einbinden, damit das Konzept Wirkung entfalten kann und akzeptiert wird. "Ein Klimaschutzprojekt ist nur dann sinnvoll und nachhaltig, wenn die Bürger daran aktiv mitwirken", unterstreicht Gahlings. So haben die Grünen einmal mehr die Idee eines Radwegekonzepts hervorgekramt. Sie beflügelt der Erfolg, mit dem die Verbindungen zwischen den Stadtteilen in jüngerer Vergangenheit verbessert und von Bürgern angenommen worden sind. Der Alleenradweg hat sich zum Radschnellweg zwischen Lobberich und Kaldenkirchen gemausert, auf dem nicht nur Radtouristen unterwegs sind.

In den Ortskernen fehlen dagegen häufig überzeugende Radverbindungen. "Es gibt überall Lücken und Gefahrenpunkte, die das Radfahren innerorts beeinträchtigen", meint Gahlings. Die Grünen könnten sich gut vorstellen, dass Bürger in öffentlichen Versammlungen auf solche Stellen hinweisen und mit externen Experten, beispielsweise vom ADFC, über Lösungsmöglichkeiten diskutieren. Dazu gehöre vielleicht auch die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer. Die Grünen beklagen zudem, dass mitunter gute und vor allem ausreichende Abstellplätze für Fahrräder - ob in Fußgängerzonen, an größeren Einzelhandelsstandorten oder vor Kindergärten - fehlen.

Ein gutes Radwegenetz könnte auch die Verwaltung gebrauchen, wenn sie, wie die Grünen es vorschlagen, auf Dienstfahrräder setzt. Auf kürzeren Wegen seien sie sinnvoller als die Fahrt im (privaten) Auto. Längere Strecken ließen sich auf dem E-Bike zurücklegen. Damit die Fahrradmobilität eine ganz runde Sache wird, solle die Stadt einen Fahrradbeauftragten benennen, schlagen die Grünen vor. Er könne innerhalb der Verwaltung Beschwerden über Radwege aufnehmen, Schwachstellen im Radwegenetz aufspüren und Sandra Sieg, die Fahrradbeauftragte des Kreises Viersen, bei ihren Aufgaben im Raum Nettetal unterstützen.

Quelle: RP
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